Jürgen Neckam - Das merkwürdige Leben der Literaten

Originaltitel:
Sachbuch. Residenz Verlag 2006
134 Seiten, ISBN: 370171441X

Ich gehöre ja zu den Menschen, die Anekdoten lieben ;-) ich mag kleine Geschichtchen, Absonderliches, Zufälle, seltsame Häufungen... und auch wenn ich keine Yellow-Press lese, bei Schriftstellern und all den Menschen rund ums Buch freue ich mich auch, wenn ich mal Kleinigkeiten aus deren Leben erfahre.

Der Autor der hier vorliegenden Sammlung hat wohl eine ähnliche Vorliebe; zumindest sind in dem kleinen, handtaschentauglichen Büchlein eine Menge dieser Notizen versammelt. Eins gleich vorweg: nicht alle sind gut, ich kenne auch etliche der darin beschriebenen Personen nicht mal dem Namen nach, etliches wusste ich schon, teilweise ist es auch so kurz und trocken geschrieben, dass man sich die Geschichte einfach "erzählter" wünschen würde; aber trotzdem: ich habe mich großartig amüsiert!

Für mich ist das nichts, was man am Stück lesen kann oder soll. Es ist perfektes Zwischendurch-Lesen; im Wartezimmer beim Arzt, oder mal schnell an einer roten Ampel, oder für 2 - 3 Stationen im ÖPNV.
Aber wusstet ihr zum Beispiel schon dass...

- Bert Brecht nach dem Krieg die österreichische Staatsbürgerschaft angenommen hatte und damit einen Skandal auslöste?
- Arthur Schnitzler nach dem "Leutnant Gustl" das Offizierspatent aberkannt wurde?
- Jean-Jacques Rousseau seine fünf Kinder ins Waisenhaus bringen lies?
- Der Verleger Ernst Rowohlt den Autor Musil nach Brasilien holen wollte, und dieser nicht hinging, weil da schon Stefan Zweig war?

Und vieler dieser kleinen Dinge mehr, die kein Mensch zu wissen braucht, die mich aber trotzdem faszinieren. Eine Art literarisches Schotts Sammelsurium ;-)

Mir hats auf jeden Fall viel Spaß gemacht! Und, wie ich dann heute in der Literaturen las, auch Feridun Zaimoglu …

Jürgen Neckam

Auszug aus dem Titelverzeichnis / Rezensionen zu weiteren Büchern:


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