Gilbert Adair - Mord auf ffolkes Manor

Originaltitel: The Act of Roger Murgatroyd
Krimi. Heyne Verlag 2008
296 Seiten, ISBN: 345343286X

Ein Schuss, ein Schrei. Und dann stehen Roger Ffolkes und Dan, einer der Weihnachtsgäste, vor einem Rätsel: als sie die Tür zur Dachkammer aufgebrochen haben, aus der der Schrei vernommen wurde, finden sie darin einen toten Mann, erschossen. Aber: ohne Waffe in der Hand oder auch nur im Zimmer - und sowohl Tür als auch Fenster waren verschlossen...

Diese Ausgangslage für einen Krimi kommt einem doch gleich bekannt vor- englisches Landhaus, eingeschneit, und einer der Hausgäste wurde ermordet. Was den Kreis der Verdächtigen sehr klein macht, nämlich auf die Anwesenden beschränkt. Ja, das klingt nach einem der guten alten Krimis, die man von Agatha Christie kennt. Und tatsächlich gibt es sowohl eine ältere alleinstehende Dame in Tweed, die gut und gerne als Miss Marple durchgehen könnte, hier aber die Krimiautorin Evadne Mount verkörpert, die es ganz und gar nicht schätzt, mit ihrer erfolgreicheren Kollegin verglichen zu werden. Und eine Schauspielerin namens Rutherford - allerdings Cora - kommt ebenfalls vor.

Und sie haben, wie auch die anderen Gäste, alle einen Grund, warum sie Raymond Gentry gerne tot gesehen hätten. Denn dieser Klatschkolumnist, der uneingeladen auf dieser Weihnachtsfeier erschienen war, hatte die vergangenen Tage dazu genutzt, über jeden der Gäste Gift und Galle zu spucken, sie zu beleidigen, und, noch viel schlimmer: ihre peinlichsten Geheimnisse ans Licht zu bringen.

Der pensionierte Scotland-Yard-Inspektor Trubshawe beginnt den Fall zu untersuchen - doch es ist schließlich die Krimiautorin, die das Geheimnis zu lösen versteht...

Das ist ein Krimi, der so richtig einlädt zum Schmunzeln einlädt und dazu, Parallelen zu anderen Krimiautoren der Zeit, zu den Verfilmungen etc. herzustellen. Und natürlich glänzt er mit Wortwitz und Zitaten. Für mich war es eine nette Lektüre zwischendurch.

Gilbert Adair

Gilbert Adair wurde 1944 in Edinburgh geboren, lebte von 1968 bis 1980 in Paris und seither in London. Er ist Schriftsteller, Drehbuchautor und Kolumnist und veröffentlichte u. a. die Romane „Blindband“, „Der Tod des Autors“, „Liebestod auf Long Island“, „Der Schlüssel zum Turm“ und „Träumer“.

Auszug aus dem Titelverzeichnis / Rezensionen zu weiteren Büchern:


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