Cecilia Ahern - P.S. Ich liebe dich

Originaltitel: P.S. I Love You
ChickLit. S. Fischer Verlag 2005
414 Seiten, ISBN: 3596161339

Den locker-flockigen Chick-Lit-Ton fand ich anfangs ein wenig störend bei einem doch recht ernsten und tiefgreifenden Thema: Die 29jährige Holly hat ihren über alles geliebten Mann Gerry, den sie seit Kindertagen kannte, wegen eines Gehirntumors verloren, und muss jetzt ohne ihn zurechtkommen. Doch Gerry hat ihr etwas hinterlassen, zehn Briefumschläge mit Ratschlägen und Aufgaben, die sie bewältigen muss. Und jeder Brief ist unterzeichnet mit "P.S. Ich liebe Dich".

Die Stellen, an denen beschrieben wird, wie Holly Gerry vermisst, wie alles andere für sie seinen Sinn verliert, haben mich schon sehr berührt und das eine oder andere Mal feuchte Augen verursacht, auch die Beziehung zu ihrer Familie und ihren Freundinnen war schön dargestellt - aber teilweise ging es mir zu sehr um oberflächliche, vordergründige Dinge (Shopping, Klamotten, Ausgehen...)

Holly war mir zu Beginn auch nicht unbedingt sympathisch. An einer Stelle gibt sie ja selber zu, dass sie außer Trinken und Einkaufen keine Hobbys hat - mit solchen Menschen kann ich auch im wirklichen Leben nicht so besonders. Allerdings hat sie für mich eine sehr positive Entwicklung durchgemacht, hat gelernt, sich in ihren Job hineinzuknien, der ihr Spaß macht, und auf Denises Junggesellenabschied tat sie mir richtig leid.

Positiv fand ich auch, dass sie letztendlich doch nicht mit Daniel, den sie im Pub kennengelernt hat und der ihr ein guter Freund geworden ist, zusammengekommen ist. Ich hatte nämlich schon relativ früh das Gefühl, dass da ein kitschiges Happy-End vorbereitet wird. Obwohl ich ja nicht verstehen konnte, warum er wieder zu seiner Schnepfe von Ex zurückgekehrt ist.

Einige andere Dinge waren dagegen schon arg vorhersehbar: die Schwangerschaft von Hollys bester Freundin, die Namenspläne für das Baby, das natürlich ein Junge wird und Gerry heißen soll, dass sie wider Erwarten und ohne jegliche Erfahrung einen tollen, verantwortungsvollen Job bekommt, der ihr zum ersten Mal in ihrem Arbeitsleben wirklich Spaß macht...

Gesamtfazit: ein nettes Buch zum Weglesen, das zum Glück am Ende noch die Kurve vom Kitsch weg gekratzt hat, meine Erwartungen aber nicht ganz erfüllen konnte, zuviel Kicherweiblichkeit.

Cecilia Ahern

Auszug aus dem Titelverzeichnis / Rezensionen zu weiteren Büchern:


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