Pierre Bayard - Wie man über Bücher spricht, die man nicht gelesen hat

Originaltitel: --
Sachbuch. Verlag Antje Kunstmann 2007
200 Seiten, ISBN: 3888974860

Eines gleich vorweg: das Beste an diesem Buch ist der Titel. Lockend, ein bisschen provokant, zum Schmunzeln einladend - auch ich konnte nicht widerstehen, zumal man ja gerade auch in Lesegruppenkreisen durchaus auch schon selbst die Feststellung machen konnte, dass es manchmal gar nicht schlimm ist, ein Buch nicht, oder nur angelesen zu haben, um dennoch richtig gut darüber sprechen zu können.

Bayard versucht auch dem Leser dieses Buches hier klarzumachen, welche Vorteile es hat, wenn man das entsprechende Werk nicht gelesen hat. Und wie leicht uns stilsicher man es dennoch schafft, einfach aufgrund der Informationen, die man ÜBER ein Buch erzählt, zu werten und natürlich: darüber zu sprechen.

Er bringt dazu auch Beispiele aus der Literatur, lässt den Bibliothekar aus dem "Mann ohne Eigenschaften" auftreten, der stolz darauf ist, kein einziges Werk aus dem riesigen Fundus, den er verwaltet, gelesen zu haben.

Amüsiert habe ich mich auch über die Zitate aus David Lodges Büchern; das Spiel, ein Buch zu nennen, das alle kennen, man selbst aber nicht gelesen hat, hatte mich auch in dessen Roman schon gut unterhalten.

Insgesamt aber habe ich mir dann die Freiheit genommen, das zu machen, was der Autor ja auch propagiert: ich habe nur Teile des Buches gelesen und finde, das hat auch gereicht.

Pierre Bayard

Auszug aus dem Titelverzeichnis / Rezensionen zu weiteren Büchern:


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