Dick Francis - Gambling

Originaltitel: Under Orders
Krimi. Diogenes 2007
432 Seiten, ISBN: 325706604X

Dick Francis hat nun aber nach dem Tod seiner Frau endlich wieder einen Krimi geschrieben und sich dafür eines Helden bedient, der schon in 3 weiteren Krimis von ihm zum Einsatz kam.

Sid Halley war ein erfolgreicher Jockey, ehe durch einen Unfall seine linke Hand unbrauchbar wurde. Seine Ehe ging kurz darauf den Bach runter, Beruf war aus verständlichen Gründen ebenfalls vorbei - was sollte er nun mit seiner Zukunft anfangen? Nun, aus Sid Halley wurde ein ausgesprochen erfolgreicher Privatdetektiv, der vor allem im Dunstkreis des Rennsports ermittelte, und den man oft genug versuchte durch Brutalität Einhalt zu gebieten. Was nicht gelang, auch wenn dadurch auch der Rest der Hand zerstört wurde.

Mittlerweile ist er ein glücklicher Mann, beruflich läuft es gut, mit seinem ehemaligen Schwiegervater hat er ein hervorragendes Verhältnis, und auch Liebesleben bereitet ihm eine wohlige Nestwärme.

Gleich drei Aufträge an einem Tag erhält er dann, als er den großen
Cheltenhamcup besucht; ein früherer Jockeykollege, Hugh, berichtet ihm von
Schwierigkeiten, die er hätte; Lord Lyndenham vermutet, dass seine Pferde immer dann nicht gut laufen, wenn er auf sie setzt und wittert Betrug, und zusätzlich soll er noch zum Thema Internetwetten und Betrugsmöglichkeiten berichten.

Aber noch bevor er mit Hugh näheres besprechen kann, wird dieser erschossen - während des Cups! Da er kurz davor in heftigem Streit mit seinem Trainer Bill gesehen wurde, der verdächtigt wird, illegalerweise auf Niederlage seiner eigenen Starter zu setzen, ist das Vorurteil für die meisten klar: Bill wars.

Sid kann das nicht glauben. Und die Geschichte, die Bill ihm erzählt, klingt dann auch ganz anders; da ist die Rede von Betrug, ja, aber ganz anderer Art. Hugh hatte ein Verhältnis mit Kate, Bills Frau - und Bill hatte das erst vor dem Rennen erfahren und seinen Jockey nach dem Rennen voll Wut zur Rede gestellt.

Sid beginnt, auf eigene Faust zu ermitteln - und die Tatsache, dass er selbst und seine Freundin immer stärker in den Fokus eines übelmeinenden Menschen gerät lässt ihn vermuten, dass er auf der richtigen Spur ist...

Ich hatte mich auf den Roman gefreut, und ich habe ihn gerne gelesen; es ist ein sehr typischer Dick Francis, mit all den klassischen Elementen. Dass er mit Sid Halley einen Protagonisten gewählt hat, den ich aus den vielen Helden seiner Bücher eher wenig schätze, tut dem keinen Abbruch.

Hoffentlich gibts im Laufe der Jahre noch mehr davon!

Dick Francis

Dick Francis, geb. am 31.10.1920 als Richard Stanley Francis in Wales, war einst einer der bekanntesten Hockeys Englands, der auch für den Stall der Queen Mum antrat, bis 1956 ein Sturz seine Karriere beendete. "Scherben" war laut seiner eigenen Aussage sein letztes Buch, das er Königin Elisabeth, der Königinmutter, zum 100. Geburtstag gewidmet und erst auf ihre Bitte hin überhaupt noch geschrieben hatte. 2006 erschien dann aber ein weiterer Krimi, "Gambling / Under Orders", bereits in der Koautorschaft mit seinem Sohn Felix Francis. 3 weitere gemeinsame Romane folgten. Dick Francis verstarb am 14. Februar 2010 89jährig auf den Kaimaninseln, wo er zuletzt lebte, an Altersschwäche.

Auszug aus dem Titelverzeichnis / Rezensionen zu weiteren Büchern:


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