Robert Menasse - Don Juan de la Mancha oder Die Erziehung der Lust

Originaltitel: Don Juan de la Mancha oder Die Erziehung der Lust
Roman. Suhrkamp Verlag 2007
273 Seiten, ISBN: 3518419102

Er ist verheiratet. Er hat eine sexuell auserordentlich einfallsreiche Geliebte. Er ist in seinem Beruf erfolgreich, ohne sich dabei auch nur noch anstrengen zu müssen. Er hat mehr Sex als je zuvor; aber er empfindet immer weniger Lust dabei. Das ist die Ausgangslage dieses Romans, in dem der Ich-Erzähler Nathan sich mithilfe einer Therapeutin aufmacht, seine Lust wiederzufinden.

Dazu geht es erstmal zurück in die Vergangenheit; die ersten Liebesgeschichten werden ausgekramt, die erste Ehe, die Verwicklungen und Verwechslungen, die Ansprüche, die schon alleine aus dem Zeitgeist heraus an einen jungen Mann jener Zeit gestellt wurden; neben einer ausgesprochen unterhaltsamen, kurzweiligen Liebesgeschichte wird hier von einer Generation erzählt, die erst zu jung war, um bei den großen Umwälzungen dabei zu sein - und sofort darauf zu alt, um noch dazuzugehören.

Das könnte leicht in ein kitschiges oder melodramatisches Geschreibsel ausarten - aber nicht so bei Menasse. Der nimmt, bei allem Respekt für seine Figuren, nichts so richtig ernst, ein schelmisches Augenzwinkern ist überall zu spüren. Und dazu kommt, dass man diesen Nathan einfach nur ins Herz schließt, der sich da immer wieder auch mit seinen Kalauern aus diversen Situationen rettet.

Ich habe mich (bis auf einen kleinen Hänger am Ende des Romans) wirklich königlich amüsiert und wünsche auch euch viel Spaß bei dieser Lektüre.

Robert Menasse

Robert Menasse, geboren 1954 in Wien, studierte Germanistik, Philosophie und Politikwissenschaft in Wien, Salzburg und Messina. Er lebt als Romancier und Essayist in Wien und Amsterdam

Auszug aus dem Titelverzeichnis:





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