Paul Auster - Reisen im Skriptorium

Originaltitel: Travels in the Scriptorium
Roman. Rowohlt Verlag 2007
160 Seiten, ISBN: 3499243415

Es ist Morgen. Dem Leser wird ein alter Mann präsentiert, der sich in seiner Umgebung nicht zurechtfindet; er weiß weder, wer er ist noch wo er ist. Was wir auch noch erfahren: dass er von einer Kamera beobachtet wird. Und auch noch von Mikrofonen, wie man bald darauf ebenfalls mitgeteilt bekommt.

Sämtliche Gegenstände im Zimmer sind mit Namensetiketten versehen. Dann findet er einige Fotos, die er betrachtet, ein paar wecken Erinnerungen, die er aber nicht zuordnen kann. Dann fängt er an, ein bisschen zu lesen. Ein Anruf unterbricht ihn, der Anrufer kennt ihn - er ihn natürlich nicht. Dann wird er angezogen, erhält Medikamente, erfährt einerseits immer ein bisschen mehr, was er hier soll.. blablablablabla.

Es ist ein Ausflug in eine Menge alter Geschichten von Paul Auster, viele Personen aus seinen früheren Romanen tauchen hier auf, eine Geschichte (ähm, ne, falsch, sowas wie Plot gibts eigentlich nicht) wird weitergesponnen, oder eigentlich auch wieder nicht, weil sich dieses Perpetuum Mobile rund ums große Nichts dreht.

Sorry, Paul Auster, aber dieses Buch fand ich so derartig daneben, dass die Lektüre für mich ein einziges Ärgernis war. Auch sprachlich keinerlei Finessen - gut, ich kenne jetzt nur die Übersetzung. Öde, selbstverliebt, inhaltslos, und dann auch noch so ohne jeglichen Charme, den zumindest die letzten Bücher in irgendeiner Weise (auch wenn ich diese ebenfalls schon nicht mehr begeisternd fand) noch hatten.

Definitiv keine Empfehlung, sondern eine Lesewarnung!

Paul Auster

Paul Auster wurde 1947 in Newark, New Jersey, geboren. Er studierte Anglistik und vergleichende Literaturwissenschaft an der Columbia University und verbrachte danach einige Jahre in Paris. Heute lebt er in Brooklyn. Er ist mit der Schriftstellerin Siri Hustvedt verheiratet und hat zwei Kinder

Auszug aus dem Titelverzeichnis / Rezensionen zu weiteren Büchern:


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