Philip Roth - Die Tatsachen. Autobiographie eines Schriftstellers

Originaltitel: The Facts. A Novelist´s Autobiography
Roman. Rowohlt Verlag 1988
249 Seiten, ISBN: 3499240041

Es ist ein autobiographischer Roman, bei dem mir nie so recht klar war, was Realität und was Fiktion ist. Das Buch ist in einen Prolog (ein Brief von Roth an Zuckerman, seinem alter ego), einen Hauptteil und einen Epilog (Zuckermans Brief an Roth) gegliedert und handelt von Roths Entwicklung vom Kindesalter bis Ende der sechziger Jahre (Portnoys Complaint wurde gerade veröffentlicht). Mir gefällt es immer sehr gut, wenn Roth von den jüdischen Einwanderern bzw. seinen Eltern in Newark erzählt. Das nimmt auch hier wieder einen breiten Raum ein. Desweiteren erfährt der Leser viel über seine Zeit auf der Highschool bzw. am College. Roth nimmt nach seinem Graduiertenstudium Lehraufträge an der University of Chicago an, wo er seine erste Frau, Josie, kennenlernt.

Hier beginnt das Buch, für mich problematisch zu werden. Die Passagen, in denen er sein Zusammenleben mit Josie schildert, sind schlicht krass.
Ich fühlte mich teilweise als Voyerin, was mir nicht behagte. Mir gefiel nicht, wie Roth hier regelrecht vom Leder zog.

Auf der anderen Seite war es sehr erhellend, anhand dieses Buches zu erfahren, wie Schriftsteller das Leben/die Realität in Literatur verwandeln.
Letzteres ist auch der Hauptgrund, warum sich für mich letztendlich doch die Lektüre gelohnt hat.

Philip Roth

Philip Roth, geboren am 19. März 1933 in Newark/New Jersey, studierte an der Bucknell University in Lewisburg / Pennsylvania und graduierte 1955 an der Universität Chicago zum Master of Arts für englische Literatur. Er erhielt mehrere literarische Auszeichnungen, zuletzt den Pulitzer-Preis für seinen Roman "Amerikanisches Idyll".

Auszug aus dem Titelverzeichnis / Rezensionen zu weiteren Büchern:


Das könnte Sie interessieren:

Zeruya Shalev - Für den Rest des Lebens

Zeruya Shalev nimmt auch in diesem Roman ihre Leser mit auf eine Reise in die Dunkelkammer der Familien: lieblose Ehen, qualvolle Mutter-Kind-Beziehungen und die Besessenheit von der Gewissheit, dass es für den Rest des Lebens noch mehr geben muss als das, was die Gegenwart bietet. [..MEHR..]

Link zum Diskussionsforum

©04.04.2007 Claudia - - - Impressum - - - © 1998-2010 LESELUST Daniela & Markus Brezing