Trudi Canavan - Die Rebellin

Originaltitel: --
Fantasy. Blanvalet 2006
541 Seiten, ISBN: 3442243947

Sonea lebt in einem armen Viertel der Stadt Imardin und stammt ursprünglich aus der Hüttensiedlung, die sich zum Leidwesen der Obrigkeit vor der Stadt gebildet hat.

Die Gesellschaft des Landes Kyralia, dessen Hauptstadt Imardin ist, ist streng hierarchisch aufgebaut, ganz oben stehen der König, der Hohe Lord und der Administrator, und die angesehene Magiergilde nimmt nur Sprösslinge der "Häuser" der Oberschicht auf.

Alljährlich finden auf Geheiß des Königs sogenannte Säuberungen statt, bei denen unliebsame Zeitgenossen durch die Magier aus den Unterschichten von der Straße entfernt werden. Dementsprechend schlecht ist das Ansehen der Magier bei der breiten Masse.

Wieder einmal findet eine solche Aktion statt, und eher versehentlich verletzt Sonea einen als unangreifbar geltenden Magier, was die Gilde in Aufruhr versetzt. Das Mädchen muss eine unglaubliche magische Kraft besitzen, die sich die Gilde gerne zunutze machen möchte, zumal unkontrollierte magische Kräfte sehr gefährlich für ihren Besitzer und dessen Umfeld werden können.

Die Magier bemühen sich, Sonea ausfindig zu machen, doch sie fürchtet deren Kräfte und versteckt sich mit Hilfe ihres besten Freundes Cery in der Unterwelt von Imardin.

Das Buch bildet den Auftakt zu einer neuen Fantasy-Trilogie. Trudi Canavan entwirft liebevoll eine detailreiche neue Welt, der es nicht an Problemen mangelt, die man auch aus dem realen Leben kennt: die Ausbreitung von Slums, gesellschaftliche Zwänge, Standesdünkel und eine aufgebrachte Unterschicht.

Besonders schön fand ich die Schilderungen des Gildebezirks mit den Sälen, Hallen, der Kampfarena und der Universität, wo junge Leute zu Magiern ausgebildet werden. Insbesondere die Heiler haben es mir hier angetan.

Es dauerte etwa 100 Seiten, bis ich richtig in der Geschichte "drin" war, da zu Beginn sehr viele Namen und Phantasiebegriffe in den Raum geworfen werden, die man schlecht zuordnen kann. Für die wichtigsten Bezeichnungen befindet sich am Ende des Buches ein Glossar, doch es gibt kein Personenverzeichnis, weswegen die oft sehr ähnlichen Eigennamen anfangs ziemlich verwirrend waren.

Doch sobald ich mich eingelesen hatte, konnte ich das Buch kaum noch aus der Hand legen. Eigentlich ist es eine recht ruhige Geschichte mit nur einigen wenigen Kampf- und Actionszenen, doch Soneas Flucht vor der Gilde, die sie von einem Versteck zum anderen führt, während sie ihre magischen Kräfte immer weniger verbergen kann, bleibt durchweg spannend. Die Hauptfiguren haben Ecken und Kanten und sind trotzdem (oder gerade deswegen) liebenswert.

Die Ausstattung ist für ein Taschenbuch aufwendig und sehr gelungen - schlichtes weißes Cover mit eingeprägter blauer Magierinnenfigur, die man am Beginn jedes Kapitels in Schwarzweiß über der Kapitelüberschrift wiederfindet, und ausklappbare Landkarten auf der Innenseite des Covers.

Etwas Abzug gibt es für den verwirrenden Anfang, deshalb mein Fazit: ****

Trudi Canavan

Auszug aus dem Titelverzeichnis / Rezensionen zu weiteren Büchern:


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