Haruki Murakami - Blinde Weide, schlafende Frau

Originaltitel: --
Erzählung(en). Dumont Literaturverlag 2005
400 Seiten, ISBN: 3832179526

Es gibt wieder einen "neuen" Murakami - der Erzählband "Blinde Weide, schlafende Frau", für heftige 23 Euro als Hardcover mit Lesebändchen bei Dumont erschienen (und mit 400 Seiten relativ umfangreich).

Der erste Eindruck war zwiespältig. Zwei Geschichten sind bereits hier erschienen (Tony Takitani, Birthday Story), andere sind eher zweit- bis drittrangig; man merkt, warum sie nicht in den bisherigen Sammlungen veröffentlicht wurden.
Der Eindruck änderte sich, als ich die letzten fünf Geschichten gelesen habe, die in Japan als eigenständiges Buch erschienen sind. Haruki Murakami hat sich sprachlich weiter entwickelt, die Texte wirken klarer, distanzierter geschrieben. Aber das ist auch eine Schwäche; es fehlt etwas. Natürlich ist Haruki Murakami für mich immer noch einer der wichtigsten Autoren, und ich genieße seine Bücher nach wie vor, aber ich habe den Eindruck, dass seine Geschichten immer mehr an Farbigkeit und Magie verlieren.

Also ein zwiespältiger Eindruck. Für Murakami-Liebende trotzdem empfehlenswert, Neueinsteiger fangen lieber mit "Wilde Schafsjagd" oder anderen früheren Texten an.

Haruki Murakami

Haruki Murakami, 1949 in Kyoto geboren, lebte nach seinem großen Erfolg "Naokos Lächeln" längere Zeit in Europa und den USA, heute wieder in Tokio. Er ist der gefeierte und mit den höchsten japanischen Literaturpreisen ausgezeichnete Autor von Romanen und Erzählungsbänden. Er hat die Werke von Raymond Chandler, John Irving, Truman Capote und Raymond Carver ins Japanische übersetzt.

Auszug aus dem Titelverzeichnis / Rezensionen zu weiteren Büchern:


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