Andrew Roberts - Das Aachen-Memorandum

Originaltitel: --
Krimi. dtv Der TaschenbuchVerlag 1998
319 Seiten, ISBN: 3423201495

Südengland, 2045. In Kürze steht der 30. Jahrestag des historischen "Aachen-Referendums" an. Damals wurde über die Bildung der "Vereinigten Staaten von Europa" entschieden. Die Nationalstaaten wurden in "Regionen" umgewandelt. Diskriminierung und Nationalismus werden streng geahndet, das Leben ist durch Direktiven geregelt, viele Bücher und Filme stehen auf der "Abgeraten"-Liste, der gläserne Mensch ist Wirklichkeit, politisch korrektes "Euro-Sprech" hat zahlreiche Redewendungen abgelöst. Der König ist vor Jahren ins Exil gegangen, und in ganz England wurden Straßen, Plätze und Gebäude im Sinne der neuen Einigkeit umbenannt.

Der Journalist Horatio Lestoq schreibt gerade an einem Artikel zum Jubiläum, als er von Admiral Michael Ratcliffe kontaktiert und um ein Treffen gebeten wird. Als Horatio bei Ratcliffe eintrifft, ist dieser jedoch tot. Ermordet.

Die Polizei hält Horatio für den Mörder, muss ihn aber zunächst wieder freilassen. Und dann beginnt eine wilde Verschwörungsgeschichte, die nichts auslässt: Doppelagenten, familiäre Verstrickungen, politischen Mord - und nichts ist so, wie es zu sein scheint.

Darin liegt auch das Manko der Geschichte, sie ist schlichtweg verwirrend und undurchsichtig.

Der Thriller an sich ist also nicht berauschend. Klasse dagegen fand ich dieses erschreckende Porträt einer Gesellschaft, in der politische Korrektheit bis zum Exzess betrieben wird, alles überwacht werden kann und eine Rückkehr zu den alten Werten bei Strafe verboten ist.

Und die Gags, die aus der überzogenen Political Correctness resultieren, wären im Original viel, viel witziger. Die Übersetzung ist leider ziemlich grottig…

Andrew Roberts

Auszug aus dem Titelverzeichnis / Rezensionen zu weiteren Büchern:


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