Dorothy Parker - New Yorker Geschichten. Gelesen von Elke Heidenreich

Originaltitel: --
Hörbuch - Roman. Brigitte Hörbuchedition 2005
2 CDs, ISBN: 3898309657

Schon die erste Geschichte, in der ein abgebrochener Fingernagel zum Drama wird, hat mich einerseits genervt, andererseits kam sie mir ausgesprochen belanglos vor, und dieser Eindruck der Belanglosigkeit verstärkte sich im Verlauf der beiden CDs dann noch.

Da gibts, wie von euch schon erwähnt, in der zweiten Erzählung ein junges Paar, wobei er ein Frauenheld, ein Nicht-Nein-Sagen-Könner ist; ihre Eifersucht wird durch die Telefonate, die sie mit anhören muss, noch genährt... im hier vielgelobten WALZER (den ich zwar ganz nett, aber auch nicht überragend fand) wird eine Frau von einem Mann zum Tanzen aufgefordert, den sie unmöglich findet; sie leidet Qualen, weil er kein Rhythmusgefühl hat, nicht tanzen kann, auf ihren Füßen herumtrampelt, und lügt ihm doch dauernd ihre Begeisterung vor. Eine weitere Erzählung handelt von Freundinnen, die das "wenn ich eine Million erben würde"-Spiel spielen; Frauen werden verlassen oder betrügen, kurz: Alltägliches.

Für kurze Momente habe ich mich dabei durchaus auch - nein, nicht amüsiert, das wäre schon zu viel gesagt. Es als nett empfunden. Mich an einzelnen Redewendungen gefreut. Aber insgesamt habe ich nun, nach diesem Hörbuch, nicht den Eindruck, dass mir Wesentliches entgangen wäre, hätte ich es nicht getan.

Nun noch zu Frau Heidenreich als Sprecherin: ja, sie ist keine ausgebildete Sprecherin, und das merkt man. Natürlich ist es schön, von einer so begeisterten Leserin vorgelesen zu bekommen, sie intoniert auch lebhaft, liest lebendig; aber was mich wirklich massiv gestört hat, war ihre schlampige Aussprache. Kein "t" am Ende eines "nicht", es wird gesacht statt gesagt und desgleichen mehr. Ja, es ist ihre typische Sprachfärbung, aber zum Hörbuch passt es, meiner Meinung nach, nicht.

Dorothy Parker

Auszug aus dem Titelverzeichnis / Rezensionen zu weiteren Büchern:


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