Klaus Modick - September Song

Originaltitel: September Song
Roman. Piper Verlag 2005
258 Seiten, ISBN: 3492242073

Wenn Kurt sich sein Leben so anschaut, hat er allen Grund zur Zufriedenheit: zwar nicht den absoluten Traumberuf, dafür aber eine liebe Frau und eine hübsche Tochter.

An den Gedanken, dass Marie erwachsen wird, muss er sich allerdings noch sehr gewöhnen. Als sie von einer Urlaubsreise zurückkehrt und verliebt zu sein scheint, tut sich der Vater ziemlich schwer mit der Vorstellung, vor allem, da Marie nur mit ihrer Mutter darüber redet.

Heimlich schaut er sich Maries Urlaubsvideo an und glaubt in dem jungen Mann eine Ähnlichkeit mit sich selbst zu erkennen ... und mit Vera, mit der er vor 18 Jahren auf einer Dienstreise eine kurze, heftige Affäre hatte. Ihm kommt der schreckliche Verdacht, dass der Knabe, der zu allem Überfluss auch noch Curd heißt, sein eigener Sohn sein könnte. Er zimmert sich im Geiste ein Szenario zusammen und schwört sich, diese möglicherweise inzestuöse Beziehung zu unterbinden. Immer weiter spinnt er sein Gedankenspiel, bis er niemand mehr traut...

Was dabei herauskommt, wenn man sich nur in Gedanken etwas zusammenreimt, ohne mit den Betroffenen zu sprechen, wird in dem Buch auf amüsante Weise, aber auch mit ein wenig Tiefgang erzählt. Man kann sich wunderbar in Kurt einfühlen (wobei ich ihm den Seitensprung durchaus übelgenommen habe) und gleichzeitig grinsen, wie er sich immer mehr in seine Überlegungen hineinsteigert.

Etwas nervig fand ich, dass ein Großteil der namentlich genannten Personen Nachnamen aus dem aktuellen Geschehen hatten (Struck, Merkel, Deisler ...), das erschien mir etwas unkreativ. Aber das nur am Rande.

Klaus Modick

Klaus Modick, 1951 in Oldenburg geboren, wurde für sein umfangreiches Werk mehrfach ausgezeichnet. Er ist auch als Übersetzer aus dem Englischen aufgetreten.

Auszug aus dem Titelverzeichnis / Rezensionen zu weiteren Büchern:


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