Banana Yoshimoto - Federkleid

Originaltitel: --
Roman. Diogenes 2007
160 Seiten, ISBN: 3257065795

Acht Jahre lang hatte Hotaru nun in Tokyo gelebt, acht Jahre lang war es ihr einziges Ziel gewesen, schön und verfügbar zu sein für ihren Geliebten. Doch dann hatte er beschlossen, die Beziehung zu beenden, bei seiner Frau zu bleiben; und Hotaru blieb nichts als das Appartment in der Stadt, in dem sie so viel Zeit gemeinsam verbracht hatten.

Ihre Reise in die Berge, in die Stadt am Fluss, aus der sie stammte, sollte eigentlich nur ihre Leere füllen. Sie wollte ihrer Großmutter ein wenig in ihrem Cafe helfen, ein paar alte Freunde treffen - und langsam entwickelte sich für sie auch wieder ein Alltag.

Ganz ganz langsam schaffte sie es sogar, eine neue Beziehung zu einem jungen Mann aufzubauen, der ihr auf ganz seltsame Weise vertraut war. Auch ihre Großmutter meinte, den jungen Mann zu kennen.

Und so fing hier, in dieser Stadt und mit diesen Menschen, die alle ein klein wenig sonderlich waren, ihre Heilung an...

Es steckt immer ein klein wenig Übersinnliches in den Büchern von Banana Yoshimoto; die Welt der Verstorbenen ist nicht so scharf von der der Lebenden getrennt wie uns das hier geläufig ist. Wenn man sich daran nicht stört, dann kann man eine schöne, schlichte Geschichte über Verlust und Nähe lesen.

Zwar ist es eine Geschichte, die Banana Yoshimoto schon mehrmals erzählt hat, es ist nur eine kleine Variation; häufig kamen mir Erinnerungen an N.P., einen älteren Roman. Dialoge empfinde ich nach wie vor als Schwäche bei dieser Autorin; und doch: der kurze Roman hat mich mit seiner Stimmung mitgenommen, ich habe ihn gerne gelesen.

Banana Yoshimoto

Banana Yoshimoto, eigentlich Mahoko Yoshimoto, geb. 24.7.1964, lebt in Tokio. In ihrer Heimat ist sie mit ihren Büchern zum Jugendidol avanciert. Sie erhielt bereits zahlreiche Literaturpreise.

Auszug aus dem Titelverzeichnis / Rezensionen zu weiteren Büchern:


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