Originaltitel: The Cement Garden
Roman. Diogenes 1978
204 Seiten, ISBN: 3257206488
4 Kinder - Julie, Jack, Sue und Tom, zwischen 16 und 6 Jahren alt - erleben den plötzlichen und etwas skurillen Tod ihres Vaters. Die vier haben einen außergewöhnlichen Zusammenhalt und kaum soziale Kontakte außerhalb der Familie.
Als die Mutter wenige Monate später zu Hause an Krebs stirbt, wollen sie vor allem verhindern, getrennt zu werden. Es erscheint ihnen deshalb ganz natürlich, die Mutter im Keller in Zement zu vergraben.
Das Zusammenleben der Geschwister verläuft anfangs sehr ungeregelt, wie zu erwarten. Aber bald stellen sich wieder familienähnliche Strukturen ein - Mutter und Vater, Tom wird wieder zum Baby.
Nur Derek, Julies neuer Freund, ist ein ständig mit bohrenden Fragen nervender Störenfried.... Es war keine schlechte Unterhaltung zwischendurch - aber ich komme bestimmt nicht in die Versuchung, das Buch nochmals zu lesen.
Das sexuelle Erwachen und die inzestuösen Begierden sind sehr gut beschrieben, auch die Art und Weise, wie Jack seine Agressionen gegen sich und andere richtet.
Ansonsten habe ich aber bis zuletzt darauf gewartet, daß etwas Bewegung in die Geschichte kommt.
Ian Mc Ewan, geb. 1948 in Aldershot, verbrachte seine Kindheit in England, Singapur und Nordafrika. Nach einem Philologiestudium war er einziger Student eines "Creative Writing"-Kurses bei Malcolm Bradbury. Seine Magisterarbeit bestand aus einer Reihe von Kurzgeschichten, die später unter dem Titel "Erste Liebe, letzte Riten" veröffentlicht wurden und ihm den Somerset-Maugham-Preis einbrachten. Er lebt heute mit seiner zweiten Frau und den beiden Söhnen aus erster Ehe in Oxford und London. 1998 wurde ihm für "Amsterdam" der begehrte Booker-Preis verliehen, und im folgenden Jahr der Shakespeare-Preis der Alfred-Toepfer-Stiftung für das Gesamtwerk. Für "Abbitte" erhielt er 2001 den People´s Booker.
Javier Marias - Die sterblich Verliebten
Wozu ist der Mensch aus Liebe fähig? Welche Taten werden im Namen der Liebe begangen? Das ist ein Thema, das den spanischen Erfolgsautoren Javier Marias (Mein Herz so weiß) in seinen Romanen immer und immer wieder behandelt. Auch in seinem neuen Roman, der steht dieses Thema im Vordergrund und wird gewohnt ausschweifend behandelt. Wer diesen Stil mag, wird auch diesmal wieder genug Gelegenheiten haben, sich an Sprache und Wendungen zu erfreuen. An "Mein Herz so weiß" kommt er damit aber nicht heran. [..MEHR..]
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