Alan Sillitoe - Die Einsamkeit des Langstreckenläufers

Originaltitel: The Loneliness of the Long-Distance Runner
Roman. Diogenes 2007
80 Seiten, ISBN: 3257204132

Morgens um 5, wenn im Schlafsaal alle noch schlafen, öffnet sich die Tür der Besserungsanstalt für einen Insassen: für Colin Smith, der die Erlaubnis hat, sich zur Vorbereitung auf den großen Geländelauf alleine draußen zu bewegen.

Der Direktor behandelt diesen Vorzug wie eine große Auszeichnung, spricht von Ehrlichkeit, spricht vom blauen Band, von dem er glaubt, dass Colin es für ihn beim Wettkampf erringen wird.

Doch Colin hat andere Pläne. Nein, nicht weglaufen. Das nicht. Er ist zu schlau, er hat nur noch 6 Monate abzusitzen. Aber er weiß, dass der Direktor seinen Erfolg für sich verbuchen will - und hier verweigert sich der Junge auf grandiose Weise.

Es ist das Laufen, die Bewegung, die Möglichkeit, in dieser Zeit, da der Körper sich verausgabt, den Gedanken freie Bahn zu lassen, die den Jungen auf sich selbst zurückwirft, die ihm ermöglicht, sich zu finden. Es ist ein anderes finden als das, das die Oberen erhoffen, es ist eine aggressive und rebellische Weisheit; der Stil ist einfach, aber man kann sich dem Buch nur schwer entziehen.

Schon der Titel hat Sogkraft - die kleine Erzählung nicht minder!

Alan Sillitoe

Auszug aus dem Titelverzeichnis / Rezensionen zu weiteren Büchern:


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