Orhan Pamuk - Das neue Leben

Originaltitel: Yeni Hayat
Roman. S. Fischer Verlag 2001
346 Seiten, ISBN: 3596145619

"Eines Tages las ich ein Buch, und mein ganzes Leben veränderte sich." - Damit beginnt dieser 1994 erschienene Roman; und der junge Architekturstudent Osman verfällt nicht nur dem Zauber dieses Buches, sondern auch der hübschen Komillitonin Canan, in deren Händen er das Buch erstmals gesehen hatte.

Nur ein wirkliches Treffen gibt es nach der Lektüre mit ihr; ein scheuer Kuss, dann kommt auch Mehmet, ihr Freund. Und schon kurz darauf sieht Osman vom Fenster aus, wie Mehmet angeschossen wird; und sowohl Mehmet als auch Canan danach verschwunden sind.

Osman geht auf die Suche - wochen-, monatelang fährt er auf Bussen quer durchs Land, bis er eines Tages Canan tatsächlich wieder trifft und nun mit ihr gemeinsam weiterreist, bis sie eines Abends zu einem Unfall kommen, bei dem eine junge Frau in Canan den Engel aus dem Buch sieht und ihr die Papiere, die sie und ihr Freund dabeihaben, andient; es findet eine Konferenz im nahegelegenen Städtchens statt, und so nehmen Osman und Canan daran teil.

Von dort aus kommen sie dann zu Doktor Narin, dem großen Gegner des Buches, der eine ganze Gesellschaft von Menschen anführt, die sich gegen das Buch, gegen die Neuerungen, gegen den Fortschritt verschworen haben. Und er will auch, dass Osman an die Stelle seines toten - wirklich toten? oder... nein, ich will nicht zu viel verraten - Sohnes tritt. Und so bricht Osman dann wieder auf, diesmal mit einer neuen Mission...

Es ist ein sehr märchenhaftes, zauberisches Buch, an manchen Stellen hat es mir ausgesprochen gut gefallen, weil es so wunderbar eine andere Welt in mir erstehen ließ, dann aber wieder habe ich mich auch ganz schön durchgequält, weil es mir viel zu verspielt, zu verschwiemelt und insgesamt zu unklar war.

Was der Autor mir damit sagen wollte? Ich habe keine Ahnung…

Orhan Pamuk

Orhan Pamuk (* 7. Juni 1952 in Istanbul) ist ein türkischer Schriftsteller. Er gilt als einer der wichtigsten Schriftsteller seines Landes und wurde 2006 mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet

Auszug aus dem Titelverzeichnis / Rezensionen zu weiteren Büchern:


Neues aus dem LESELUST-Blog

Claude Lanzmann - Der patagonische Hase. Erinnerungen

Claude Lanzmann ist der Mann, der den Film "Shoah" geschaffen hat. Er hat als Filmemacher, Journalist, Lektor gearbeitet, sich schon in der Jugend in der Resistance organisiert, mit Simone de Beauvoir zusammengelebt, Angelika Schrobsdorff geheiratet… kurzum: ein ausgesprochen ereignisreiches Leben gelebt, von dem er in diesem Buch erzählt. Ein Zeitzeugnis, fürwahr - manchmal zwar aufgrund der Eitelkeit des Autors nur schwer erträglich, aber die letzten 200 Seiten, in denen er von der Enstehung seines Hauptwerks berichtet, lassen alle vorherigen Kritikpunkte zurücktreten. [..MEHR..]

Link zum Diskussionsforum

©31.03.2007 Daniela Ecker (Brezing) - - - Impressum - - - © 1998-2013 LESELUST Daniela & Markus Brezing