Wolfgang Schömel - Die Reinheit des Augenblicks. Geschichten

Originaltitel: Die Reinheit des Augenblicks. Geschichten
Roman. Klett Cotta 2007
220 Seiten, ISBN: 3608936653

Nachdem ich vor ein, zwei Jahren von "Ohne Maria" sehr angetan war, hatte ich mich auch auf seine Erzählungen gefreut, obwohl ich ja eigentlich weiß: Erzählungen sind nicht ganz so mein Ding.

Die erste GEschichte erzählt von zwei Paaren, die zu einer gemeinsamen Wohnwagenreise nach Kanada aufbrechen. Schon am Hinflug werden die Spannungen klar; Eva wollte eigentlich mit ihrem Freund alleine fahren, hatte es aber nicht geschafft, das auch klarzumachen. Und vor allem nicht mit seinem Freund, oder wie immer man ihn bezeichnen will, der laut und peinlich ist, aber in seinen besseren Momenten eben auch sehr unterhaltsam.

Beide Paare haben so ihre Beziehungsprobleme; Sex findet hier wie da so gut wie nicht mehr statt, und bei dem einen Paar eskaliert es dann auch unter Alkoholeinfluss richtig...

Das war die erste und in meinen Augen auch die deutlich beste Geschichte. In den folgenden spielt Alkohol und sozialer Abstieg eine immer größere Rolle; und so leid es mir tut, es interessiert mich einfach nicht, mir die hochfliegenden Geschäftspläne eines Alkoholikers auf vielen Seiten durchzulesen, auch wenn sie an mancher Stelle durchaus tragischen Witz haben. Für mein Desinteresse kann nun aber der Autor nichts, und fairerweise muss man schon sagen, dass er auch diese GEschichten gut geschrieben hat.

Dennoch - ich hoffe, dass es bald wieder einen Roman von ihm gibt, und dass der mit "Ohne Maria" mithalten kann.

Wolfgang Schömel

Auszug aus dem Titelverzeichnis / Rezensionen zu weiteren Büchern:


Neues aus dem LESELUST-Blog

Claude Lanzmann - Der patagonische Hase. Erinnerungen

Claude Lanzmann ist der Mann, der den Film "Shoah" geschaffen hat. Er hat als Filmemacher, Journalist, Lektor gearbeitet, sich schon in der Jugend in der Resistance organisiert, mit Simone de Beauvoir zusammengelebt, Angelika Schrobsdorff geheiratet… kurzum: ein ausgesprochen ereignisreiches Leben gelebt, von dem er in diesem Buch erzählt. Ein Zeitzeugnis, fürwahr - manchmal zwar aufgrund der Eitelkeit des Autors nur schwer erträglich, aber die letzten 200 Seiten, in denen er von der Enstehung seines Hauptwerks berichtet, lassen alle vorherigen Kritikpunkte zurücktreten. [..MEHR..]

Link zum Diskussionsforum

©04.04.2007 Daniela Ecker (Brezing) - - - Impressum - - - © 1998-2013 LESELUST Daniela & Markus Brezing