Originaltitel: Die Unwiderstehlichen
Roman. Diogenes 2007
160 Seiten, ISBN: 3257065663

In ihren Hochphasen sind sie unwiderstehlich, mitreißend, können ganze Welten bewegen, Menschen überzeugen, große Summen in ihre Projekte zu investieren - und dann, wenn der Hochflug vorbei ist, kommt die große Depression.
Als Praktikantin nur ist Xenia in einem kleinen Büro für ein paar Wochen, einer Anlaufstelle für Manisch-Depressive. Und schon bei ihrem ersten Auftrag, einen dieser notorischen Schwindler vom Flughafen abzuholen und zu ihm nach Hause zu bringen erliegt sie dessen Charme und ist sich bis zu letzt nicht sicher, ob sie nicht doch den Wissenschaftler vor sich hat, der unbedingt zu seinem Vortrag gefahren werden muss, und nicht den arbeitslosen Anglisten, der jede Möglichkeit nutzt, nach Spanien zu kommen, weil er dort seine große Liebe vermutet.
Aber noch interessanter ist der Fall von Ludo Asch, der es immer wieder schafft, den Menschen in seiner Umgebung große Summen zu entlocken, die angeblich einem gemeinnützigen Verein zufließen sollen - und doch nur dazu dienen, seinen eigenen Lebensunterhalt zu verdienen. Doch halt, so ganz stimmt das nicht: denn wenn Ludo Geld in Händen hält, dann verteilt er es großzügig, unterstützt die Menschen, die ihm nahestehen, schafft es, mit Beziehungen Ausstellungen, Konzertreisen und mehr zu organisieren, bis sich wieder jemand daran stößt, dass er so gar kein Verständnis dafür hat, dass das Geld der Anderen nicht sein eigenes ist...
Es ist eine charmante kleine Studie über Manie, darüber, wie mitreißend sie ist - und wie schwer es eigentlich ist, die Grenze zwischen Krankheit und Erfolg zu ziehen...
Wie so oft hat die Autorin es geschafft, mich gut zu unterhalten und mir gleichzeitig ein bisschen was zum Nachdenken zu geben.
Sibylle Mulot, geboren 1950 in Reutlingen, Studium der Literaturwissenschaft, Promotion über Robert Musil. Ausbildung zur Journalistin bei der Süddeutschen Zeitung. Nach längeren Aufenthalten in Wien und Rom lebt Sibylle Mulot jetzt in Frankreich.
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Zeruya Shalev nimmt auch in diesem Roman ihre Leser mit auf eine Reise in die Dunkelkammer der Familien: lieblose Ehen, qualvolle Mutter-Kind-Beziehungen und die Besessenheit von der Gewissheit, dass es für den Rest des Lebens noch mehr geben muss als das, was die Gegenwart bietet. [..MEHR..]
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