Hisham Matar - Im Land der Männer

Originaltitel: In the Country of Men
Roman. Luchterhand Literaturverlag 2007
256 Seiten, ISBN: 3630872441

Ich erinnere mich an jenen letzten Somer, bevor ich weggeschickt wurde. Wir schrieben das Jahr 1979, und die Sonne war überall. Tripolis lag strahlend und still in sie gebettet. Mensch, Tier und Ameise suchten verzweifelt nach Schatten, jenen wenigen grauen Flecken des Erbarmens, die ins allumfassende Weiß geschnitten waren. Wahre Erleichterung kam jedoch erst mit der Nacht, wenn eine von der Leere der Wüste gekühlte Brise anwehte, angefeuchtet vom rauschenden Meer, ein zögernder Gast, der schweigend durch die leeren Straßen strich, unsicher, wie weit er sich in das Reich des großen Fixsterns wagen durfte. Und schon stieg er wieder auf, dieser Stern, verlässlich wie je, und vertrieb die gesegnete Brise. Es wurde Morgen.


Mit diesen Sätzen beginnt die Geschichte des neunjähirgen Erzählers; in jenem Sommer 1979 bricht seine Welt auseinander. Er erlebt immer wieder die "Krankheit" seiner Mutter, die auf den verbotenen Alkoholkonsum zurückzuführen ist, immer dann, wenn sein Vater abwesend ist. Abwesend ist, weil er nicht etwa, wie angegeben, auf Geschäftsreise ist, sondern sich mit der Herstellung verbotener Flugblätter beschäftigt.

Neben der politischen Geschichte, den Gefahren, denen die Familie ausgesetzt ist, den Hoffnungen und Erwartungen, ist es auch die Geschichte des Verrats…

Hisham Matar

Auszug aus dem Titelverzeichnis / Rezensionen zu weiteren Büchern:


Neues aus dem LESELUST-Blog

Claude Lanzmann - Der patagonische Hase. Erinnerungen

Claude Lanzmann ist der Mann, der den Film "Shoah" geschaffen hat. Er hat als Filmemacher, Journalist, Lektor gearbeitet, sich schon in der Jugend in der Resistance organisiert, mit Simone de Beauvoir zusammengelebt, Angelika Schrobsdorff geheiratet… kurzum: ein ausgesprochen ereignisreiches Leben gelebt, von dem er in diesem Buch erzählt. Ein Zeitzeugnis, fürwahr - manchmal zwar aufgrund der Eitelkeit des Autors nur schwer erträglich, aber die letzten 200 Seiten, in denen er von der Enstehung seines Hauptwerks berichtet, lassen alle vorherigen Kritikpunkte zurücktreten. [..MEHR..]

Link zum Diskussionsforum

©14.04.2007 Daniela Ecker (Brezing) - - - Impressum - - - © 1998-2013 LESELUST Daniela & Markus Brezing