Irene Nemirovsky - Der Ball. Gelesen von Nina Hoss

Originaltitel: --
Hörbuch - Roman. Brigitte Hörbuchedition 2006
2 CDs, ISBN: 3866041918

Antoinette ist vierzehn. Bis vor wenigen Jahren hat sie noch mit ihren Eltern in einer kleinen Wohnung gelebt; doch nun ist die Familie zu Geld gekommen, zu viel Geld - und selbstverständlich will man erscheinen, als wäre es seit jeher so gewesen. Auch Antoinette muss mitspielen; eine englische Gouvernante soll sie erziehen, soll ihr Manieren beibringen.

Und als ihre Mutter dann beschließt, einen Ball zu geben, da leuchten Antoinettes Augen - aber nur kurz. Denn sie, das kleine Mädchen, soll hier noch nicht erscheinen, sie ist nicht eingeladen. Ihre Mutter, so sagt diese ihr, ist nun dran mit Leben, und kann sich noch nicht mit einer Konkurrenz in Form der eigenen Tochter befassen.

Und dann kommt der Moment, an dem Antoinette sich rächen kann - und sie tut es, hart und grausam. Wie grausam, das kann man als Zuhörer miterleben; auch wenn man Antoinettes Mutter bis dahin nicht sonderlich schätzen gelernt hatte, was ihr hier zugemutet wird sichert ihr auf jeden Fall das Mitgefühl...

Nina Hoss ist nicht nur eine großartige Schauspielerin, sie liest auch wunderbar - nicnt nur eine angenehme Stimme, sondern auch ein Text, der zum Leben erweckt wird.

Inhaltlich dennoch nicht unbedingt eine heiße Empfehlung - aber ein nettes Hörbuch für zwischendurch.

Irene Nemirovsky

Irène Némirovsky wurde 1903 als Tochter eines russischen Bankiers in Kiew geboren. Die Familie flieht vor der Oktoberrevolution nach Paris. Irène heiratet den weißrussischen Bankier Michel Epstein, bekommt zwei Töchter und veröffentlicht ihren Roman David Golder, der sie schlagartig berühmt und zum Star der Pariser Literaturszene macht. Viele weitere Veröffentlichungen folgen. Als der Zweite Weltkrieg ausbricht, flieht sie mit ihrer Familie in die Provinz. Am 13. Juli 1942 wird sie verhaftet. Keine vier Wochen später stirbt sie in Auschwitz. Ihre Töchter überleben, fliehen von einem Versteck ins andere, immer das dicke Manuskript im Koffer, an dem ihre Mutter fieberhaft bis zuletzt arbeitete. Erst über sechzig Jahre nach dem Tod der Autorin wird es wiederentdeckt und veröffentlicht. Die Autorin hatte nicht die Zeit, den Roman zu beenden; 5 Teile waren geplant, 2 sind in diesem Buch enthalten.

Auszug aus dem Titelverzeichnis / Rezensionen zu weiteren Büchern:


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