Isabelle Minière - Ein ganz normales Paar

Originaltitel: Un couple ordinaire
Roman. Diogenes 2007
208 Seiten, ISBN: 3257065876

Beatrice und Benjamin sind ein ganz normales Paar. Eine Tochter, Marion; Beatrice ist erfolgreiche Kinderbuchautorin, und Benjamin arbeitet als Angestellter in einer Apotheke. Ja, als Angestellter, nicht als Besitzer einer eigenen, wie seine Frau sich das eigentlich wünschen würde,und er ist damit eigentlich auch recht zufrieden. Sofern er in seinem Leben noch irgendwie zufrieden sein kann - denn eigentlich verspürt er meistens gar nichts mehr. Er ist nur noch Fassade, ist innen hohl. Sein Leben ist aus ihm rausgelaufen, so empfindet er es.

Und Beatrice? Die findet auch, dass etwas mit ihm nicht in Ordnung ist. Und sie sagt es ihm, wieder und wieder und wieder. Und erklärt ihm, was ihm blüht, wenn er sich scheiden lässt: dann geht sie nämlich mit Marion zuürck nach Guadelupe, zu ihren Eltern, und er wird sein Kind gerade mal 2 Wochen im Jahr sehen.

Ja, Beatrice weiß immer genau, was gut ist für Benjamin. Und keiner ahnt auch nur, welche Hölle ihm zu Hause bereitet wird.

Erst die Lektüre von Plutarch schafft eine Änderung ...

Es ist eine Art Gegenstück zu Ivana Jeissings "Unsichtbar" - nur ist es hier der Mann, der unsichtbar ist. Es ist eine oft amüsante, an mancher Stelle aber auch sehr melancholische, gut geschriebene und gut beobachtete Paargeschichte, die mir wirklich gut gefallen hat.

Isabelle Minière

Auszug aus dem Titelverzeichnis / Rezensionen zu weiteren Büchern:


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Claude Lanzmann - Der patagonische Hase. Erinnerungen

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©16.03.2007 Daniela Ecker (Brezing) - - - Impressum - - - © 1998-2013 LESELUST Daniela & Markus Brezing