Barbara Nadel - Tod am Bosporus

Originaltitel: Deadly Web
Krimi. List Verlag 2006
350 Seiten, ISBN: 3471782443

Während Ikmen und seine Familie sich auf die Hochzeit seiner Tochter Hülya mit Berekiah, einem jungen Juden, vorzubereiten, leidet Süleyman unter der Trennung von seiner Frau, die empört nach Dublin abgereist war und den gemeinsamen Sohn mitgenommen hatte, nachdem sie erfahren hatte, dass er sich im Dienst von einer rassigen Prostituierten verführen hat lassen und mit der HIV-positiven jungen Frau ungeschützten Geschlechtsverkehr hatte. Nun lebt er wieder wie ein Junggeselle in Istanbul; und auch Ikmens ältere Tochter Cicek schwärmt seit längerem von dem attraktiven Inspektor.

Doch bald schon gilt es, sich um anderes zu kümmern. Ein junges Mädchen wurde tot am Bosporus aufgefunden, unweit eines alten Klosters; ganz offensichtlich wurde sie missbraucht.

Es bleibt nicht die einzige - und kurz darauf verschwindet auch Ikmens alter britischer Freund Max auf seltsame Weise. In seiner Wohnung wird eine Menge Blut, aber keine Leiche gefunden - und da Ikmen sich erst vor wenigen Tagen mit der Bitte um Hilfe an den Magier gewandt hatte, entsetzt ihn dieses Verschwinden sehr.

Denn Max Esterhazy ist ein mächtiger Kabbalist, ein Magier, der große Kenntnisse über Satanskulte und Ähnliches hat. Doch nach seinem Verschwinden ist er nicht wiederzufinden; dass hingegen in der Stadt eine ungesunde Sekte ihr Unwesen treibt, wird immer klarer. Aber was haben die Clubs und Webseiten, die vorwiegend von Jugendlichen besucht werden, damit zu tun?

Magie, Zauberei, Okkultismus hat einen großen Stellenwert in diesem Buch - und es wird so beschrieben, dass man durchaus auch annehmen kann, dass in dieser uralten Stadt mit dem unglaublichen Völker- und Religionsgemisch einfach Kräfte am Werk sind, die mit rationalem Verstand nicht zu begreifen sind.

Wäre ich nicht derzeit von der Stadt Istanbul so fasziniert und durch den ersten Krimi auch so neugierig auf die weiteren Entwicklungen im großen Ermittlerteam und ihren diversen Familienangelegenheiten, dann hätte ich mich von diesem Buch wohl doch bedeutend weniger unterhalten gefühlt und es womöglich sogar weggelegt.

Für mich ist es zwar nicht das beste Buch aus der Reihe, das ich bislang kenne, aber ich habe es trotz aller Skepsis eigentlich ganz gerne gelesen.

Barbara Nadel

Auszug aus dem Titelverzeichnis / Rezensionen zu weiteren Büchern:


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