Yael Hedaya - Die Sache mit dem Glück

Originaltitel: Matti
Roman. Diogenes 2006
160 Seiten, ISBN: 3257065477

Sie war seine große Liebe. Diese eine Liebe, nach der man sich sein Leben lang verzehrt. Sie war fünfzehn, er wesentlich älter, sie hat ihn verlassen; doch in seiner Erinnerung ist es nach wie vor sie, die ihm bestimmt ist. Alona. Und nicht Mira, die Frau, mit der er verheiratet ist und zwei Kinder hat.

Mira war das Resultat einer Verkupplungsaktion. Mira war da. Mira war Alltag. Aber Mira war nie die große Liebe.

Und nun ist er krank, unheilbar – ein Tumor im Kopf. Mira ist es, die ihn pflegen muss – aber je weiter seine Krankheit voranschreitet, desto mehr spricht er von Alona. Und dann muss Mira ihr auch noch auf dem Flur im Krankenhaus begegnen...

An sich eine gute Ausgangslage, und über weite Passagen trägt das Konstrukt auch; doch in meinen Augen verzettelt die Autorin sich schon dadurch, dass sie die Erzählperspektive immer wieder ändert und zumindest für mich auch häufig ins Belanglose abgleitet.

Wirklich gut gefallen haben mir hingegen die Schilderungen aus dem Familienalltag; die unterschiedlichen Erwartungshaltungen des Ehepaares, die Enttäuschung, die in Kleinigkeiten zu spüren ist, die Gleichgültigkeit, die aus anderen dringt; da entfaltet sich ganz beiläufig das ganze Drama einer Beziehung.

Yael Hedaya

Yael Hedaya wurde 1964 in Jerusalem geboren. Sie studierte Philosophie und Anglistik in Jerusalem und Kreatives Schreiben in New York. Heute arbeitet sie als Journalistin für verschiedene israelische Zeitschriften und wohnt in Tel Aviv.

Auszug aus dem Titelverzeichnis / Rezensionen zu weiteren Büchern:


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