Gabrielle Zevin - Margarettown

Originaltitel: Margarettown
Roman. Bloomsbury Berlin 2006
261 Seiten, ISBN: 3827005973

Wäre E. kein so pflichtbewusster Dozent gewesen, dann wäre sein Leben vielleicht ganz anders verlaufen. Mit Sicherheit aber wäre er nie über Maggie gestolpert, eine Studentin, die zwar in seinen Listen, nie jedoch in seinen Seminaren auftauchte. Und die er deshalb eines Nachmittags in ihrem Studentenzimmer aufsuchte - um dort auf wundersame Weise in ihrem Bett zu landen. Nein, keine der üblichen Dozent-schläft-mit-Studentin-Geschichten. E. hatte da wirklich nur - geschlafen. Tiefer und fester als er es all die Monate bei sich konnte.

Und so wurde aus ihnen beiden ein Paar. Das ist zumindest die Geschichte, die er für seine Tochter Jane aufschreibt; auch wenn E.s Schwester an manchen Stellen entschieden anderer Meinung ist; aber muss man Liebesgeschichten einem alltäglichen Maßstab unterwerfen?

Bis zu diesem Sommer aber war ihre Geschichte tatsächlich immer noch recht normal gewesen. Bis E. Maggie in ihre Heimat begleitete - nach Margarettown. Ein Haus, nur von Frauen bewohnt, und jede von ihnen hatte auf seltsame Weise Ähnlichkeit mit seiner Maggie...

Es gibt sehr viele Details an dieser Geschichte, die dem Leser - nein, besser der Leserin, es ist entschieden ein Frauenbuch - versucht ist zu sagen "wie reizend!". Ja, es sind ganz viele reizende, bezaubernde Einfälle darin zu finden. Schon die Grundidee, weshalb dieses Buch eigentlich geschrieben wird, dann die leichten Verdrehungen der Wahrheit - sofern es eine Wahrheit überhaupt gibt... ja, wie gesagt. Sehr reizend, und doch hats mich zumindest nicht wirklich gepackt. Vielleicht, weil mir das Wort "reizend" dauernd wie mit Leuchtschrift über den Seiten zu schweben schien...

Trotzdem: aus diesem Genre hab ich schon Schlimmeres gelesen ;-) Für einen netten Strandnachmittag reichts ;-)

Gabrielle Zevin

Auszug aus dem Titelverzeichnis / Rezensionen zu weiteren Büchern:


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