James Joyce - Dubliners

Originaltitel: Dubliners Part I
Hörbuch - Roman. (englischsprachiger Verlag) 1925
3 CDs, ISBN: 9626341734

Ich gehöre zu denen, die den "Ulysses" nur bis Seite 150 gelesen haben - und eigentlich dachte ich, das Thema Joyce wäre damit für mich erledigt. Dann bin ich über dieses Hörbuch gestolpert - und wollte zumindest mal reinhören.

Einmal ganz davon abgesehen, dass ich es richtig gut gemacht empfinde - jede Geschichte wird durch ein kurzes Musikstück eingeleitet, die Sprecherstimme hat mir sehr gut gefallen - sind auch die Geschichten selbst viel interessanter und, da sie auch sprachlich nicht so komplex sind wie Ulysses, natürlich auch wesentlich verständlicher.

Es sind Alltagsgeschichten, die Joyce hier erzählt; Prahlereien nach dem Rennen, ein Gast, der in die Pensionstochter in Unehre gebracht hat; Träume vom Schreiben, während man zusehen muss, zuhause Frau und Kind zu ernähren; unerreichbare Liebe, Bürostress; kein großes Drama, aber dafür viele kleine Enttäuschungen und, seltener, Freuden.

Ich musste mir zwar beinahe jede Erzählung zweimal anhören, da ich beim ersten Versuch nicht genug verstanden hatte (dass gerade bei den Dialogen ärmerer Protagonisten der irische Akzent häuig sehr stark war, hat mir zwar unheimlich gut gefallen, aber zu meinem Verständnis wenig beigetragen) - und ich habe mir fest vorgenommen, sie in nicht allzuferner Zeit auch mal zu lesen, diese Miniaturen, die wohl ein so treffendes Bild der Bewohner der Stadt Dublin Anfang des letzten Jahrhunderts ergeben.

James Joyce

Auszug aus dem Titelverzeichnis / Rezensionen zu weiteren Büchern:


Neues aus dem LESELUST-Blog

Claude Lanzmann - Der patagonische Hase. Erinnerungen

Claude Lanzmann ist der Mann, der den Film "Shoah" geschaffen hat. Er hat als Filmemacher, Journalist, Lektor gearbeitet, sich schon in der Jugend in der Resistance organisiert, mit Simone de Beauvoir zusammengelebt, Angelika Schrobsdorff geheiratet… kurzum: ein ausgesprochen ereignisreiches Leben gelebt, von dem er in diesem Buch erzählt. Ein Zeitzeugnis, fürwahr - manchmal zwar aufgrund der Eitelkeit des Autors nur schwer erträglich, aber die letzten 200 Seiten, in denen er von der Enstehung seines Hauptwerks berichtet, lassen alle vorherigen Kritikpunkte zurücktreten. [..MEHR..]

Link zum Diskussionsforum

©28.02.2006 Daniela Ecker (Brezing) - - - Impressum - - - © 1998-2013 LESELUST Daniela & Markus Brezing