Originaltitel: The Lighthouse
Krimi. Droemer 2006
462 Seiten, ISBN: 3426197170

Dass die Insel Combe vor der Küste Cornwalls kaum bekannt war, lag nicht nur an ihrer geringen Größe. Es war durchaus im Interesse der Besitzer dieser Insel, dass ihre Existenz nicht an die große Glocke gehängt werden sollte. Die Besitzer der Insel, die Familie Holcombe, hatte das Eigentum einer Stiftung übertragen, die gestressten wichtigen Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens die Möglichkeit bieten sollte, sich in die völlige Abgeschiedenheit zu begeben, ohne Personenschutz oder Ähnliches nötig zu haben.
Aus diesem Grund war die Insel nun auch in Erwägung gezogen worden, um ein wichtiges politisches Treffen dort abzuhalten. Was man dabei allerdings überhaupt nicht brauchen kann ist ein ungeklärter Todesfall - aber genau das war gerade das Problem, das es zu lösen galt, und weswegen Commander Adam Dalgliesh mit seinen beiden Mitarbeitern Kate und Benton extra von der Metropolitan Police auf die kleine Insel eingeflogen werden musste.
Aber der Reihe nach. Denn nach über 100 Seiten Lektüre weiß der Leser immer noch nicht, wer eigentlich das Opfer sein soll, auch wenn sich aufgrund der aufgebauten Aggressionen, die sich ziemlich deutlich schon gegen eine Person richten, rasch eine Vermutung aufkommen lassen.
Und so finden Dalgliesh und seine beiden Untergebenen eine sehr begrenzte Anzahl von Verdächtigen vor, da auf der Insel zum Zeitpunkt des ungeklärten Todesfalles nur diese Handvoll Bewohner anwesend waren. Rasch finden die Londoner auch heraus, dass der Tote nicht besonders beliebt war; doch welches Motiv ist stark genug für Mord?
Noch bevor sie einer Lösung nahekommen, geschehen zwei Dinge: ein zweiter Mord passiert. Und auf der Insel wird SARS diagnostiziert, und ausgerechnet Dalgliesh wurde davon angesteckt...
Natürlich gibts ganz nebenbei noch eine Weiterentwicklung der Liebesgeschichte zwischen Dalgliesh und Emma; und wie schon in den letzten beiden Fällen passiert diese Weiterentwicklung eigentlich in Abwesenheit, denn auch in diesem Roman kommen sie nicht dazu, sich zu treffen. Aber sie denken über Heirat nach...
Das alles liest sich schön flott, ist an den meisten Stellen auch recht spannend; als passionierte Leserin hat mich natürlich auch gefesselt, was PD James über einen ihrer Protagonisten, einen Schriftsteller, schreibt, über seine Fähigkeit, Emotionen zu schildern, ohne sie selbst zu fühlen.
Insgesamt also für mich zwar nicht der beste Krimi dieser Autorin; seinen Charme bezieht dieser auch weniger durch den hochspannenden Plot (denn der ist durchaus durchschaubar) sondern mehr aus dem charmanten Setting und den netten Entwicklungen, die sich daraus ergeben.
Phyllis Dorothy James, seit 1991 Baroness James of Holland Park, wurde 1920 geboren. Da ihr Mann unheilbar krank aus dem Weltkrieg zurückkehrte, musste sie für sich und die beiden Töchter selbst sorgen. Erst nach langen Jahren in der Krankenhausverwaltung und in der Kriminalabteilung des Innenministeriums konnte sie sich ab 1962 der Schriftstellerei widmen.
©26.03.2006 Daniela Ecker (Brezing) - - - Impressum - - - © 1998-2009 LESELUST Daniela & Markus Brezing