Cherry Duyns - Eine Rose für Onkel Ying

Originaltitel: De Chinese knoop
Roman. Droemer 2006
174 Seiten, ISBN: 3426197189

Robert Loon lebt nun schon viele Jahre nicht mehr in den Niederlanden; doch als seine Mutter Kitty ihn wissen lies, dass sie wohl nicht mehr lange zu leben hätte, war er zurückgekehrt, um in diesen letzten Wochen bei ihr zu sein.

Und nun blieb ihm als letzte Pflicht, ihren Haushalt aufzulösen, letzte Erinnerungsstücke zu verteilen - und noch einmal Rosen auf das Grab von Onkel Ying zu legen, auf das Grab des Mannes, der einer der besten Freunde seines Vaters gewesen war (den Robert kaum kennen gelernt hatte), und zu dessen einzigen Freunden fern seiner Heimat sie beide geworden waren.

Für Robert wird dies nun auch eine Reise in die Vergangenheit; wer war dieser Mann eigentlich, der kaum niederländisch sprach und an der Haltestelle der blauen Straßenbahn Süßigkeiten verkaufte? Der seine Frau und seine Kinder in China zurückgelassen hatte und sie nie wiedersehen sollte? Und wie war das Verhältnis zu seiner Mutter nun eigentlich wirklich?

Im Verlagsprospekt war die Rede, dass Robert - und der Leser - erst nach Kittys Tod durch ein vergilbtes Foto erfahren sollte, welches herzzerreißende Schicksal der fremde Freund eigentlich hatte; doch dieses Versprechen wird leider nicht gehalten. Es bleibt ein, trotz der Kürze, eher zäher kleiner Roman, der zwar mit einer sehr (für meine Begriffe zu) poetischen Sprache aufweisen kann, aber insgesamt doch zu sehr an der Oberfläche bleibt.

Dabei hätte dieses Schicksal durchaus Potential für große Fragen gehabt; doch trotz einiger interessanter Erzählansätze blieb alles dann doch sehr fragmentarisch und wenig erfüllend.

Cherry Duyns

Auszug aus dem Titelverzeichnis / Rezensionen zu weiteren Büchern:


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