Peter Robinson - Kein Rauch ohne Feuer

Originaltitel: Playing with Fire
Krimi. Ullstein Verlag 2006
450 Seiten, ISBN: 3548268196

Es ist kein schöner Anblick, der auf Alan Banks und seine Kollegin Annie Cabbott wartet: zwei Kanalboote haben gebrannt, und auf jedem der Boote wird eine Leiche gefunden.

Dass das Feuer nicht durch die Kerze, die Tina zum Erhitzen ihrer Heroinspritze gebraucht hatte ausgelöst wurde, ist relativ rasch klar, dafür gibt es schließlich schon sehr genauer Untersuchungen. Aber wer hatte ein Interesse daran, die Menschen, die sich hier auf diese Boote zurückgezogen hatten, zu töten?

Noch während die Polizei mit den ersten Untersuchungen beschäftigt ist, wird im Wald ein junger Mann aufgegriffen, der wohl schon länger hier steht und das Feuer beobachtet. Mark, so sein Name, war Tinas Freund. Und er hat sie in dieser Nacht allein gelassen, war bei einer anderen Frau. Doch ist das ein Motiv, seine junge drogensüchtige Freundin umzubringen?

Alan Banks ist rasch überzeugt davon, dass Mark mit dem Brand nichts zu tun hat. Die Geschichten, die dieser ihm von Tinas Stiefvater erzählt regen ihn aber trotzdem auf, er ist überzeugt, dass in dieser Familie Missbrauch stattgefunden hat, gegen den er machtlos ist.

Aber das Motiv für den Brand ist wohl doch eher im Umfeld des zweiten Toten zu suchen, eines - wie sich erst nach mühsamer Recherche herausstellt - nicht untalentierten, aber glücklosen Malers.

Und dann brennt es erneut - diesmal wird ein Wohnwagen abgefackelt. Auch darin findet sich eine Leiche. Das kann kein Zufall sein, davon ist Banks überzeugt, und beginnt, Verbindungen zu suchen...

Dass Annies neuer Freund in die Ermittlungen hineingezogen wird, gefällt ihm nicht nur aus eifersüchtigen Gründen nicht; etwas stimmt nicht an diesem Mann, davon ist er überzeugt. Doch darf er sein freundschaftliches Verhältnis zu Annie durch sein Misstrauen belasten?

Wie auch schon der letzte Krimi, den ich von Peter Robinson gelesen habe, habe ich mich auch bei diesem hier wieder sehr gut unterhalten gefühlt. Dabei war es weniger der Kriminalfall, der mich gefesselt hat, sondern die Figur des Alan Banks an sich - er ist geschieden (was sonst), hat mit seinen zwiespältigen Gefühlen für seine Exfrau zu kämpfen, die gerade nochmal ein Kind bekommen hat; er hatte ein Verhältnis mit seiner Kollegin, ist eigentlich gerade frisch verliebt. Und er liest gerne, hört gerne Musik - und zwar Bücher, die ich kenne, und CDs, die ich auch liebe. Das alleine lässt ihn mir schon sympathisch erscheinen.

Was mich aber ganz massiv gestört hat, waren einige KLeinigkeiten bei der Übersetzung (von Andrea Fischer, der Vollständigkeit halber). Immer wieder wird das umgangssprachliche "eh" anstelle "ohnehin" verwendet - und zwar nicht in der direkten Rede, sondern einfach so im Text. Das war der auffälligste Schönheitsfehler, es gab noch einige andere kleinere. Ich kann nun natürlich nicht beurteilen, wie es im Original klang; daher an dieser Stelle nur: mich hats beim Lesen irritiert und gestört, ich hätte es mir anders gewünscht. Und dabei ist mein Anspruch bei Krimis gar nicht so groß...

trotzdem: davon abgesehen ein Krimi, den ich sehr gerne weiterempfehle!

Peter Robinson

1950 in Castleford, Yorkshire, geboren, studierte Peter Robinson an der Universität von Leeds englische Literatur. Er erwarb den MA der University of Windsor und den PhD an der York University in Toronto. Seit seinem Studienabschluß 1974 lebt Robinson in Toronto, Kanada mit seiner Frau Sheila Halladay. Von hier aus bedient er mit großem Erfolg den amerikanischen und den europäischen Buchmarkt mit seinen Kriminalromanen.

Auszug aus dem Titelverzeichnis / Rezensionen zu weiteren Büchern:


Neues aus dem LESELUST-Blog

Claude Lanzmann - Der patagonische Hase. Erinnerungen

Claude Lanzmann ist der Mann, der den Film "Shoah" geschaffen hat. Er hat als Filmemacher, Journalist, Lektor gearbeitet, sich schon in der Jugend in der Resistance organisiert, mit Simone de Beauvoir zusammengelebt, Angelika Schrobsdorff geheiratet… kurzum: ein ausgesprochen ereignisreiches Leben gelebt, von dem er in diesem Buch erzählt. Ein Zeitzeugnis, fürwahr - manchmal zwar aufgrund der Eitelkeit des Autors nur schwer erträglich, aber die letzten 200 Seiten, in denen er von der Enstehung seines Hauptwerks berichtet, lassen alle vorherigen Kritikpunkte zurücktreten. [..MEHR..]

Link zum Diskussionsforum

©12.05.2006 Daniela Ecker (Brezing) - - - Impressum - - - © 1998-2013 LESELUST Daniela & Markus Brezing