Stephan Wackwitz - Selbsterniedrigung durch Spazierengehen

Originaltitel: Selbsterniedrigung durch Spazierengehen
Sachbuch. S. Fischer Verlag 2004
158 Seiten, ISBN: 3100910540

Es war der Titel, der mich zu diesem Essayband greifen ließ - schließlich gehe ich selbst gerne spazieren, hatte das aber noch nie in Verbindung mit Selbsterniedrigung betrachtet.

Allerdings habe ich dann auch rasch festgestellt, dass mein Spazieren sich von dem des Autors doch gravierend unterscheidet, denn das hat tatsächlich masochistische Züge.
Darüber, und über die Langeweile, die nicht nur Kinder befällt, über Pokemons, über Schlappschwanzliteratur, und noch so einiges mehr weiß Wackwitz mal mehr, mal weniger fesselnd zu plaudern.

Mit einem Text hatte er mich dann aber doch richtig gefesselt: "Zwei Bier im Kühlschrank", bislang unveröffentlicht, beschreibt die späten Sechziger Jahre, lässt Bergmann zu Wort kommen, bietet einen Vergleich von Woody Allens Filmen mit dem Lebensverlauf des Autors; kurz, ein sowohl sehr persönlicher als auch anregender Aufsatz.

Alles in allem aber fühlte ich mich bei der Lektüre manchmal doch recht verloren - es mochte sich mir einfach nicht erschließen, wohin der Autor jetzt eigentlich gerade wollte, was er mir vermitteln wollte...

Stephan Wackwitz

Stephan Wackwitz, 1952 in Stuttgart geboren, lebte in Tokio, Neu-Dehli, London, FF/M. Heute leitet er das Goethe-Institut in Krakau.

Auszug aus dem Titelverzeichnis / Rezensionen zu weiteren Büchern:


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