Jean-Philippe Toussaint - Der Photoapparat

Originaltitel: L´appareil-photo
Roman. Frankfurter Verlagsanstalt 2005
120 Seiten, ISBN: 3627001281

Eingebettet in eine eher belanglose Rahmengeschichte um einen Mann, der beschließt, den Führerschein zu machen und sich daher in eine Fahrschule einschreibt, diesen Prozess des Einschreibens aber sehr in die Länge zieht und in der Zwischenzeit ganz selbstverständlich Einzug ins Leben der Frau hält, die in dieser Fahrschule für den Papierkram zuständig ist, sind Alltagsbeobachtungen, wie der deutsche Leser sie hauptsächlich von Wilhelm Genazino kennt, kleine Momente, die festgehalten werden.

Die erste Hälfte des ohnehin recht schmalen Büchleins hatte ich in einem Zug durchgelesen und mich dabei eigentlich auch gar nicht so schlecht amüsiert, fand einige Gedankengänge durchaus interessant und hatte meine Freude dran. Dann musste ich weg; und schon der Gedanke daran, das Buch wieder aufzunehmen hat mir keine Freude gemacht, was ich las, erschien mir immer schaler, dazu wurde der Rahmen für mich immer weniger haltbar...

Ein recht zwiespältiges Urteil also von meiner Seite.

Jean-Philippe Toussaint

Auszug aus dem Titelverzeichnis / Rezensionen zu weiteren Büchern:


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Claude Lanzmann - Der patagonische Hase. Erinnerungen

Claude Lanzmann ist der Mann, der den Film "Shoah" geschaffen hat. Er hat als Filmemacher, Journalist, Lektor gearbeitet, sich schon in der Jugend in der Resistance organisiert, mit Simone de Beauvoir zusammengelebt, Angelika Schrobsdorff geheiratet… kurzum: ein ausgesprochen ereignisreiches Leben gelebt, von dem er in diesem Buch erzählt. Ein Zeitzeugnis, fürwahr - manchmal zwar aufgrund der Eitelkeit des Autors nur schwer erträglich, aber die letzten 200 Seiten, in denen er von der Enstehung seines Hauptwerks berichtet, lassen alle vorherigen Kritikpunkte zurücktreten. [..MEHR..]

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