Diane Broeckhoven - Einmal Kind, immer Kind

Originaltitel: Eens kind, altijd kind
Roman. CH Beck Verlag 2005
173 Seiten, ISBN: 3406536425

Dass nicht nur der ganzen Verwandtschaft, sondern auch allgemein im Dorf bekannt war, dass Flora mit ihren Unterleibsproblemen und vielen Operationen nie ein Kind würde haben können, dafür hatte Floras Mutter zeitlebes Sorge getragen.

Umso größer also das Erstaunen, als schon kurz nach dem Tod der Mutter klar wurde: Flora ist schwanger! Einmal nur, am Sterbetag der Mutter, war sie schwach und hingebungsvoll gewesen, und nun war sie voll Entzücken ob des Wunders.

Und auch die Verwandtschaft war sich rasch einig, dass sie wohl kaum einen Besseren als Mon, den Handwerker, hätte fangen können; so fleißig, so arbeitsam, und die Tochter, die er aus erster Ehe hatte, wurde von den Großeltern betreut.

Als Floras Tochter Rosa geboren wird, ist das Familienglück perfekt. Und auch als sich herausstellt, dass Rosa sich sehr viel langsamer entwickelt als ihre Altersgenossen, fällt noch kein wirklicher Schatten über das Glück, doch irgendwann kann selbst Flora ihre Augen nicht mehr ganz vor der Realität verschließen, dass Rosa anders ist als die anderen Kinder...

Erzählt im selben leicht beiläufigen Ton wie "Ein Tag mit Herrn Jules", wird hier allerdings eine wesentlich größere Zeitspanne eingefangen und auch viel mehr Themen verarbeitet. Und was beim Abschied von einem Toten ungeheuer anrührend war, geriet mir persönlich in diesem Buch zu belanglos; die Geschichte der drei Frauengenerationen, die jeweils die voneinander geerbten VOrurteile und Verletzungen weitertragen, vermochte mein Interesse nicht über das Buch hinaus zu fesseln.

Aus meiner Sicht ein deutlich schwächerer Titel.

Diane Broeckhoven

Auszug aus dem Titelverzeichnis / Rezensionen zu weiteren Büchern:


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