Originaltitel: Wein & Tod. Ein Mira-Valensky-Krimi
Krimi. Folio Verlag 2005
350 Seiten, ISBN: 3852563119

Mira Valensky ist befördert worden; anstatt weiter als freiberufliche Lifestyle-Reporterin für das Magazin zu arbeiten, soll sie nun Reportagen schreiben. Und das auch noch bei einem fixen monatlichen Bezug!
Ihre erste Reportage fällt dann auch gleich in ihr Lieblingsgebiet Essen & Trinken; ein nicht mehr blutjunger, dafür aber umso besser aussehender Weinbauer im Weinviertel macht in der letzten Zeit mit ausgezeichneten Qualitätsweinen von sich reden. Schon auf dem Hinweg fällt Mira auf, dass dessen neuer Erfolg wohl nicht im gesamten Weinbaudorf so gerne gesehen wird; doch das Treffen mit der Familie Berthold lässt sie anfangs alles andere vergessen. Hier, vor den Toren Wiens, in idyllischer Lage, reifen Weine, die sie begeistern. Dazu die Erzählungen der Familie, die vor der Wahl standen, den Kleinbetrieb entweder zuzumachen oder kräftig zu investieren und modernisieren.
Die Bertholds hatten sich für den zweiten Weg entschlossen, nicht zuletzt, weil auch die Tochter mit glühender Begeisterung für den Weinbau geschlagen war. Dass sie damit auch beträchtliche finanzielle Risiken auf sich genommen hatten ist klar; aber wer hat bitte ein Interesse, deshalb gleich den Weinbauern zu erschießen?
Genau das passiert nämlich wenige Tage nach Miras Besuch auf dem Weingut; Hans Berthold wird frühmorgens beim Joggen erschossen. Unfall oder Mord? So genau will das scheinbar keiner wissen, noch nicht mal die Witwe, die - wie bald rauskommt - durchaus auch unter den Seitensprüngen ihres gutaussehenden Mannes zu leiden hatte. Wer aber sollte ein Interesse haben, den Konkurrenten aus dem Weg zu räumen?
Da Miras Wohnung durch einen Wasserschaden vorübergehend ohnehin unbewohnbar ist, zieht sie bei den Bertholds ein und löst auf ihre bewährte Weise, unterstützt durch ihre Putzfrau und Freundin Vesna Krajner den Fall...
Die eigentliche Auflösung des Kriminalfalls ist, wie eigentlich auch schon in den anderen Krimis von Eva Rossmann, eigentlich nebensächlich. Klar will man wissen, wers nun war; aber wer einen packenden Whodunit lesen will, muss sich anderswo umsehen.
Nein, für die meisten Leser wie auch für mich wird wohl eher die Schilderung des Weinbaualltags interessanter sein; die modernen Praktiken, der Konkurrenzkampf, die Methoden zur Vermischung, der Kampf zwischen Tradition und Moderne auch in diesem landwirtschaftlichen Bereich. Das beschreibt sie lebendig und packend; dazu kommt für mich natürlich auch eine Prise Heimatverbundenheit.
Ich hatte einige unterhaltsame Lesestunden - und denke, diesen Roman der Autorin (nach ihrem für mich weniger ansprechenden Karibik-Ausflug) wieder guten Gewissens weiterempfehlen zu können.
Eva Rossmann, geboren 1962 in Graz. Zuerst Verfassungsjuristin im Bundeskanzleramt, dann politische Journalistin. Mitinitiatorin des österreichischen Frauenvolksbegehrens, ständige Kolumnistin im Standard. Lebt als Autorin im Weinviertel und veröffentliche zahlreiche Sachbücher, bevor sie begann, auch Kriminalromane zu schreiben.
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