Alfred Komarek - Die Schattenuhr

Originaltitel: Die Schattenuhr
Krimi. Haymon Verlag 2005
208 Seiten, ISBN: 3852184835

Nach Sabines letztem Besuch ist er fest entschlossen, nun endlich seine Ferienzeit im Salzkammergut zu beenden und stattdessen zu versuchen, beruflich wieder Tritt zu fassen. Doch schon beim Aufbruch nach Wien lernt Daniel Käfer Gerd Gamsjäger kennen, einen jungen Hallstätter, der aus seiner geliebten Heimat nicht weg will, in der jedoch kaum Arbeit zu finden ist. Aus diesem Grund hatte er sehr spezielle Tourismusangebote entworfen; zwei davon sollte Käfer noch am selben Tag, nach nur wenig Überredung, mitmachen.

Doch die Nacht in den Tropfsteinhöhlen, die mit Zitaten aus Stifters Bergkristall so poetisch begann, endet dramatisch: durch Daniels Schuld stürzt Gerd tief in die Schlucht und wird mehr tot als lebendig geborgen.

Aus tiefem Schuldbewusstsein heraus und im Wunsch, zu helfen, wird Käfer dann aber in eine Sache verstrickt, die ihn schlagartig ins Rampenlicht setzt: einem Hinweis von Gerds Mutter zufolge soll sich im Eis etwas uraltes, einst Lebendiges, verbergen - der Traum aller Archäologen. Etwas zu früh hatte Daniel ein paar Worte daruber erzählt, und zwar ausgerechnet dem ungeheuer effizienten Marketingexperten Marc, der sofort ein Medienspektakel inszeniert. Und natürlich darf auch Eustach Schiller nicht fehlen, der sich nach Aussee nun in Hallstadt nach geschichtsträchtigen Immobilien umsieht...

Der Anfang dieses Romans liest sich zwar beinahe wie eine Marketingbroschüre fürs Salzkammergut - ein Eindruck, der durch die Beigabe einer Postkarte des Tourismusverbands Salzkammergut in diesem Buch noch dramatisch verstärkt wurde - doch bald schon hatten mich die Figuren dieser Geschichte wieder gefesselt, die Komarekt hier liebenswert-schrullig darstellt.

Und was man dabei noch über die Region erfahren kann hat der Autor spannend und informativ verpackt; ich habs gerne gelesen.

Die Marketing-Idee mit der Postkarte im Buch allerdings kam bei mir überhaupt nicht gut an...

Alfred Komarek

Alfred Komarek, geboren 1945 in Bad Aussee, lebt und schreibt in Wien.

Auszug aus dem Titelverzeichnis / Rezensionen zu weiteren Büchern:


Neues aus dem LESELUST-Blog

Claude Lanzmann - Der patagonische Hase. Erinnerungen

Claude Lanzmann ist der Mann, der den Film "Shoah" geschaffen hat. Er hat als Filmemacher, Journalist, Lektor gearbeitet, sich schon in der Jugend in der Resistance organisiert, mit Simone de Beauvoir zusammengelebt, Angelika Schrobsdorff geheiratet… kurzum: ein ausgesprochen ereignisreiches Leben gelebt, von dem er in diesem Buch erzählt. Ein Zeitzeugnis, fürwahr - manchmal zwar aufgrund der Eitelkeit des Autors nur schwer erträglich, aber die letzten 200 Seiten, in denen er von der Enstehung seines Hauptwerks berichtet, lassen alle vorherigen Kritikpunkte zurücktreten. [..MEHR..]

Link zum Diskussionsforum

©14.08.2005 Daniela Ecker (Brezing) - - - Impressum - - - © 1998-2013 LESELUST Daniela & Markus Brezing