Michel Faber - Hundertneunundneunzig Stufen

Originaltitel: The Hundred and Ninety-Nine Steps
Roman. Claassen 2005
128 Seiten, ISBN: 3546003918

Nach dem großen internationalen Erfolg des Autors mit "Das karmesinrote Blütenblat", das ich noch nicht gelesen habe, und dem darauffolgenden Kurzroman "Die Unvollendete", der mir recht gut gefallen hatte, war ich auf das neue Buch des Autors recht neugierig.

In Hundertneunundneunzig Stufen erleben wir mit Sian, wie quälende Albträume sie Nacht für Nacht aus dem Schlaf reißen; Träume, in denen ihr die Kehle durchgeschnitten wird, ein Überbleibsel aus ihrem Bosnien-Aufenthalt, der sie fast das Leben gekostet hätte.

Die Schmerzen, die sie neuerdings wieder hat, versucht sie durch Alkohol und Tabletten zu vergessen; um keinen Preis will sie wieder ins Krankenhaus.

Eines Morgens auf dem Weg zu ihren Ausgrabungen in der alten Bastei wird Sian von einem jungen Mann mit seinem Hund im wahrsten Sinne des Wortes überwältigt. In welchen von beiden sie sich mehr verliebt kann sie kaum feststellen; und als das Herrchen dann auch noch mit einer alten Schriftrolle ankommt, die sie für ihn entziffern darf, werden sie auch noch durch ihre gemeinsame Spannung aneinander gefesselt, mit der sie das Geheimnis dieser Lebensbeichte enthüllen wollen...

Kurz und knapp: dieses Buch lohnt die Lesezeit leider nicht. Auch wenn ich den Autor bislang wirklich schätzen gelernt habe, hat mich an diesem Kurzroman so gar nichts angesprochen. Die Figuren werden nur äußerst holzschnittartig gezeichnet, ihre Dialoge wirken gesteltzt, die Handlungen sind wenig nachvollziehbar, und die Geschichte an sich - nun, die blieb für mich ziemlich belanglos. Schade!

Michel Faber

Auszug aus dem Titelverzeichnis / Rezensionen zu weiteren Büchern:


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