Dan Brown - Sakrileg

Originaltitel: The DaVinci Code
Hörbuch - Roman. Lübbe Audio 2004
5 CDs, ISBN: 3785714076

Robert Langdon hatte sich sein Treffen mit Jacques Saunière, Direktor des Louvre, auch anders vorgestellt: Saunière wurde ermordet. Und er, Langdon, ist aus irgendeinem Grund für die Pariser Polizei der Hauptverdächtige.
Hilfestellung erhält er allerdings ebenso unerwarteterweise durch die Enkelin des Ermordeten, Sophie Neveu; die seltsame Körperstellung ihres Großvaters, eine Nachstellung von Leonardo Da Vincis Proportionsstudie, hatte auch sie alarmiert.
Gemeinsam mit Langdon versucht sie nun herauszufinden, welche Nachricht ihr Großvater ihr damit übermitteln wollte - und ist, nachdem die ersten Rätsel gelöst sind, bei Langdon an der richtigen Adresse, schließlich hat dieser gerade eine Arbeit über Symbolik fertiggestellt.
Sophie hilft Langdon, aus dem Louvre zu fliehen; da ihm der Mord ganz offensichtlich in die Schuhe geschoben werden sollte, versuchen sie nun sowohl das Rätsel der Hinterlassenschaft als auch den echten Täter zu finden.

Schon rasch stoßen sie auf eine für Sophie bestürzende Entdeckung: ihr Großvater war Prior einer Geheimgesellschaft, der Prieuré de Sion. Diese Gesellschaft ist der festen Überzeugung, dass Jesus mit Maria Magdalena verheiratet war und ihr, nicht Petrus, den Auftrag gab, seine Kirche fortzuführen. Doch nicht nur das: Maria Magdalena gebar ihm sogar ein Kind, die Linie setzte sich in Frankreich weiter fort, die Merowinger sollen ebenfalls dieser Linie entsprungen sein.

Aber selbstverständlich hat die katholische Kirche sehr viel gegen diese Version einzuwenden; seit jeher versucht sie also, die Beweise für die Existenz eines Sprößlings Jesu zu unterdrücken, bzw. an sich zu bringen.

Steht also der mächtige Opus Dei hinter dem Anschlag auf die Prieuré? Nicht nur Jacques Sauniere war getötet worden, sondern auch noch die anderen Häupter der Gesellschaft. Will hier jemand den Gral an sich bringen?

Langdon und Sophie haben ein kniffliges Rätsel nach dem anderen zu lösen, bis sie die verblüffende Lösung finden...

Dan Browns Bestseller hat ja eine Menge begeisterter Reaktionen hervorgerufen, es gibt wohl mittlerweile in Paris eigene Touren auf den Spuren des Romans, der zur Zeit mit Tom Hanks in der Hauptrolle verfilmt wird.

Gut, ich habe das Buch nicht gelesen, sondern "nur" als gekürzte Hörbuchversion aufgenommen; dennoch: die Begeisterung für diesen Roman kann ich nicht wirklich nachvollziehen und schon gar nicht teilen.

Schon formal haben mich die kurzen Sätze, die reißerische Wortwahl (dauernd wird mit offenem Mund gestaunt, ist man (bzw. frau, schließlich werden ja alle Erkenntnisse Sophie erzählt)erstaunt und noch diverse Kleinigkeiten mehr ziemlich gestört, das Erzählte war nicht spannend genug, um mich diesen Umstand vergessen zu lassen.

Zumindest in der ersten Hälfte habe ich mich aber trotzdem noch ganz gut unterhalten gefühlt. In diesem Teil wird die Geheimgesellschaft quasi "ans Licht geholt", und erste Hinweis darauf, was der Gral denn wirklich sein könnte, werden enthüllt. Aber je mehr davon zu Tage kam, umso weniger fesselnd fand ich es. Nicht nur, weil mir der Inhalt zu abstrus war, auch die Rätsel und ihre Lösung wurden in meinen Augen immer simpler, so dass auch mir meist schon lange klar war, worauf sie jetzt rauswollen, und ich dann noch ewig auf die naheliegende Lösung warten musste. Und der Schluss - nun darüber brauchen wir ja wohl nicht zu reden.
Diese "Liebesszene" gehört eigentlich ziemlich eindeutig für den Bad Sex Award vorgeschlagen...

Soviel zu den Themen, die mich inhaltlich gestört haben.

Aber dann gabs da noch den Sprecher, der den verschiedenen Personen jeweils einen Akzent verpasst, einen englischen, einen französischen... ich fand das beim Hören (obwohls die Übersichtlichkeit erhöht hat, da Dan Brown sehr dialoglastig schreibt) unglaublich nervig, zumal dieser Akzent so übertrieben und unecht klang.

Zumindest die Hörbuchversion erhält von mir definitiv keine Empfehlung.

Und im Vergleich zu "Das letzte Geheimnis" brauche ich keine Sekunde zu überlegen, welches Buch besser abschneidet!

Dan Brown

Auszug aus dem Titelverzeichnis / Rezensionen zu weiteren Büchern:


Neues aus dem LESELUST-Blog

Claude Lanzmann - Der patagonische Hase. Erinnerungen

Claude Lanzmann ist der Mann, der den Film "Shoah" geschaffen hat. Er hat als Filmemacher, Journalist, Lektor gearbeitet, sich schon in der Jugend in der Resistance organisiert, mit Simone de Beauvoir zusammengelebt, Angelika Schrobsdorff geheiratet… kurzum: ein ausgesprochen ereignisreiches Leben gelebt, von dem er in diesem Buch erzählt. Ein Zeitzeugnis, fürwahr - manchmal zwar aufgrund der Eitelkeit des Autors nur schwer erträglich, aber die letzten 200 Seiten, in denen er von der Enstehung seines Hauptwerks berichtet, lassen alle vorherigen Kritikpunkte zurücktreten. [..MEHR..]

Link zum Diskussionsforum

©04.08.2005 Daniela Ecker (Brezing) - - - Impressum - - - © 1998-2013 LESELUST Daniela & Markus Brezing