Vladimir Nabokov - Einladung zur Enthauptung

Originaltitel: Invitation to a Beheading / Priglaschenije na kasn
Roman. Rowohlt Verlag 1999
267 Seiten, ISBN: 3499225492

Geschrieben in den 30er Jahren auf Russisch, auf Englisch veröffentlicht 1959, und die vorliegende deutsche Übersetzung ist aus dem Englischen... wohin gebe ich das in meiner "Sprachenauswertung"?

Dieses Buch hatte ich vor kurzem überraschend in meinem Briefkasten vorgefunden - vielen Dank nochmal an dieser Stelle an die unbekannte Gönnerin ;-)) - und gleich beim nächsten Treffen unserer Lesegruppe vorgeschlagen, wo es auch prompt gewählt wurde. Und da das nächste Treffen bereits am Donnerstag ist, wollte ich das lange verregnete Wochenende schon mal nutzen...

Auf den ersten 50 Seiten erfährt Cincinnaturs, dass er zum Tode verurteilt wird. Der Richter flüstert es ihm, wie vorgeschrieben, ins Ohr; nur: wann dieses Urteil vollstreckt werden soll, das verschweigt er ihm. Dabei argumentiert C.:
(S. 17) Ich möchte aus folgendem Grund erfahren, wann: Die Kompensation für ein Todesurteil ist, dass man genau weiß, wann man sterben muss. Ein großer Luxus, aber ein wohlverdienter. Mich dagegen lässt man in dieser Unwissenheit, welche nur für die erträglich ist, die in Freiheit leben.

Verurteilt wurde er, weil er nicht so transparent ist wie die anderen...

Alles also ziemlich absurd, kafkaesk, aber was für eine Sprache! Nabokov findet Metaphern, die mich beim Lesen immer wieder stutzen lassen, weil ich sie als so neuartig empfinde, und sie ganz seltsame Assoziationen in meinem Kopf auslösen.

Vladimir Nabokov

wurde am 23. April 1899 in St. Petersburg geboren. Nach der Oktoberrevolution flieht die Familie 1919 nach England. Er studiert in Cambridge und Berlin. Nach der Flucht aus Deutschland lebt er erst in Paris, dann in den USA. Er starb am 2. Juli 1977.

Auszug aus dem Titelverzeichnis / Rezensionen zu weiteren Büchern:


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