Michael Köhlmeier – Zwei Herren am Strand

Köhlmeier Zwei Herren am StrandEigentlich hatte ich erwartet, dass ich mit diesem Buch gar nichts falsch machen kann. Ein Autor, den ich seit vielen Jahren sehr schätze und mag. Ein Thema, das ich kenne und das mich fasziniert (Depressionen und ihr Umgang damit). Ein bisschen Zeitgeschichte. Dazu zwei bekannte Persönlichkeiten, die ich zumindest bislang in keinen Zusammenhang zueinander gebracht hätte – Charlie Chaplin und Sir Winston Churchill.

Zu meinem großen Bedauern empfand ich die Leküre aber nicht als Vergnügen, sondern zähe Arbeit. Weiterlesen

Abraham Verghese – Rückkehr nach Missing (Cutting for Stone)

vergheseAus den Archiven der LESELUST – Das besondere Buch. Damit diese Bücher im neuen Blog-Format nicht in Vergessenheit geraten, werden sie hier in den nächsten Wochen neu eingestellt. Vielleicht ist ja doch noch die eine oder andere Entdeckung für euch dabei!

Marion und Shiva Stone werden Mitte des 20. Jahrhunderts als siamesische Zwillinge in einer äthiopischen Missionsstation von einer indischen Nonne geboren. In diesem einen kurzen Satz sind bereits eine Unzahl an Geschichten und Hintergründen verborgen, die diesen Roman für mich so außergewöhnlich fesselnd gemacht haben – auch wenn es vielleicht auf den ersten Blick scheinen mag, als ob hier mit Sensationslust und billigen Effekten Spannung erzeugt werden sollte. Doch der Autor zeigt hier Irving´sche Qualitäten und schafft es, diese seltsame Ausgangslage als grandiosen Auftakt des schönsten Romans werden zu lassen, den ich 2009 gelesen habe. Weiterlesen

Eliot Perlman – Tonspuren

perlmanEs ist mittlerweile einige Tage her, seit ich die Tonspuren zu Ende gelesen hatte. Ich wollte das Gelesene erst sacken lassen, meine zwiespältigen Empfindungen bei dem Buch ein wenig zur Ruhe kommen lassen. Weiterlesen

Arno Geiger – Es geht uns gut

geiger“… und plötzlich war Hitler länger her als Franz Joseph, das hat den fünfziger Jahren den Weg geebnet, das hat Österreich zu dem gemacht, was es ist, …”

Ziemlich am Ende des Romans lässt der Autor hier Alma so mit ihrem Mann Richard sprechen, der sie zu dem Zeitpunkt aber schon nicht mehr wirklich versteht, denn der ehemalige Minister ist schon seit einigen Jahren dement. Weiterlesen