Melinda Nadj Abonji – Tauben fliegen auf

abonjiNichts hat sich hier verändert, moniert Herr Kocsis jedes Jahr wieder, wenn sie in die schlechten, staubigen Straßen ihrer Heimatstadt in der Vojvodina einfahren. Nichts hat sich verändert, stellen dagegen seine Töchter Ildiko (aus deren Sicht der Roman erzählt wird) und Nomi fest. Alles müssen sie wieder in Besitz nehmen, überprüfen, vom Hackklotz im Hof bis zum Zaun und natürlich ihre Mamika, die Großmutter. Begeistert stürzen sie sich auf die vollen Teller, es wird aufgekocht, dazu die lokalen Spezialitäten wie Traubisoda, das so lecker ist, dass sie davon eigentlich ein paar Flaschen in die Schweiz mitnehmen müssten, um sie ihren dortigen Freundinnen zu kosten zu geben. Und doch nehmen sie nie welches mit – zu genau können sie sich vorstellen, wie geringschätzig die Reaktion ausfallen würde. Weiterlesen