Per Petterson – Pferde stehlen (Ut og staele hester)

pferdestehlenIm Dorf fängt man langsam an, ihn zu akzeptieren, ihn nicht wie die anderen Großstädter zu betrachten, die den Sommer über die Holzhäuser im Wald bevölkern; aber obwohl auch Trond den Großteil seines Lebens in Oslo verbracht hat, hat er sich nun, mit 67 Jahren und nach dem schmerzlichen Verlust seiner Frau und seiner Schwester, hierher zurückgezogen.

Arbeit gibt es hier für ihn genug; das Haus ist in schlechtem Zustand, und er selbst eigentlich nicht unbedingt handwerklich begabt. Aber es hilft, sich in solchen Situationen seinen Vater vorzustellen, der mit den Händen immer schon sehr geschickt war. Weiterlesen

Leon de Winter – Ein gutes Herz (VSV of daden van onbaatzuchtigheid)

deWinterHerzIch musste meine Lektüre dieses Buches schon nach kurzer Zeit unterbrechen. Da taucht Leon de Winter nämlich selbst als Akteur seiner Geschichte auf – und er ist gerade frisch geschieden von Jessica Durlacher. Da er sich ansonsten recht realistisch gezeichnet hatte, war ich natürlich neugierig, ob das Dreamteam unter den Schriftstellern nun auch in Wirklichkeit getrennte Wege geht… aber da kann ich die LeserInnen beruhigen: dem ist nicht so.

Leon de Winter lernt hier im Buch dann auch bald nach der Trennung eine Frau kennen und lieben, die mit ihrem Sohn zusammenlebt. Fast gegen ihren Willen lässt Sonja de Winter in ihr Leben; sie achtet ansonsten sehr darauf, frei und ungebunden zu sein, um ihre Zelte jederzeit wieder abbrechen  zu können. Weiterlesen

Karl-Ove Knausgård – Sterben (Min Kamp I)

knausgardAus den Archiven der LESELUST – Das besondere Buch. Damit diese Bücher im neuen Blog-Format nicht in Vergessenheit geraten, werden sie hier in den nächsten Wochen neu eingestellt. Vielleicht ist ja doch noch die eine oder andere Entdeckung für euch dabei!

‘Für das Herz ist das Leben einfach. Es schlägt, solange es kann.’ Mit diesen zwei kurzen Sätzen war mein Interesse für dieses Buch geweckt, als vergangenen Herbst die Verlagsprospekte eintrudelten. Weiterlesen

Daniel Kehlmann – F

kehlmannIch mag Daniel Kehlmann. Ich habe mich bei der “Vermessung der Welt” köstlich amüsiert, und auch “Ich und Kaminski” war für mich eine sehr lohnende Lektüre. Ich habe auch die anderen Bücher gelesen, allerdings mit etwas weniger Begeisterung. Weiterlesen

Urs Widmer – Das Buch des Vaters

widmervaterIn “Der Geliebte der Mutter” hatte Urs Widmer bereits einen Teil der Geschichte seiner Eltern verarbeitet; “Das Buch des Vaters” erzählt nun den fehlenden Teil, der allerdings nur wenige Überschneidungen aufweist.

Es ist ein völlig anderer Stil, eine komplett andere Sichtweise; nur wenige Episoden kommen in beiden Büchern vor, und als Leser empfand ich das als sehr spannend. Dabei ist es keinesfalls so, dass man dieses zweite Buch nur mit Kenntnis des ersten verstehen und genießen kann – es sind völlig voneinander losgelöste Bücher, von denen mir die Vater-Geschichte auch deutlich besser gefällt. Weiterlesen

Urs Widmer – Im Kongo

widmerkongoDer Altenpfleger Kuno erhält einen neuen Bewohner im Pflegeheim: seinen Vater.

Kuno hadert ein wenig mit seinem Leben: alle anderen, meint er, haben ein Schicksal, ein größeres Leben – nur er nicht, und auch sein Vater wäre ein Langweiler. Weiterlesen