Jean-Philippe Blondel – Zweiundzwanzig (Et rester vivant)

blondelIch zermartere mir seit Tagen den Kopf, in welcher Literatursendung ich auf dieses Buch aufmerksam wurde. Es war jedenfalls etwas, das ich nur so nebenbei gesehen hatte – ein Mann erzählte davon, dass er im Alter von zweiundzwanzig Vollwaise war, weil er erst seine Mutter und den Bruder, dann vier Jahre später seinen Vater durch einen Autounfall verloren hatte. Mir war in Erinnerung geblieben, dass er von sich wie von einem Romanhelden sprach – und dass man einer Romanfigur solche Schicksalsschläge nicht zumuten würde, weil es keiner glauben würde.

Nun fand ich das Buch zufällig in der Onleihe, habe es kurzentschlossen ausgeliehen und auch gleich gelesen (ist ja nicht besonders umfangreich).

Zu diesem Buch gibt es auch einen Soundtrack, der eine nicht unerhebliche Rolle spielt:
Lloyd Cole – Rich https://www.youtube.com/watch?v=xEmlVhEnIpc

Der Ort, der in diesem Song besungen wird, Morro Bay, wird zum Sehnsuchtsort des Erzählers, und nachdem er die väterliche Wohnung verkauft hat, geht er kurzerhand mit seiner (Ex?)Freundin und dem besten Freund (und neuen Freund von Laure) auf eine Reise nach Kalifornien. Weiterlesen

Monika Zeiner – Die Ordnung der Sterne über Como

zeinerWenn der Leser Tom Holler das erste Mal begegnet, deutet alles darauf hin, dass die Bekanntschaft sehr kurz werden könnte. Tom Holler hat mit seinem Leben nämlich abgeschlossen, er sitzt hier schon mit seinem Medikamentencocktail. Aber in letzter Sekunde klingelt das Telefon. Auch wenn Holler nicht rangeht – er hört die Stimme, hört die Nachricht. Sie ist von Betty Morgenthal…

Und Betty, das ist die Frau, in die Tom Holler einst sehr verliebt war. Und sie wohl auch in ihn. Da gab es nur ein Problem: Sie war eigentlich mit seinem besten Freund Marc Baldur zusammen…

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Thomas Glavinic – Das größere Wunder

glavinicWas mir bei diesem Buch als erstes ins Auge gestochen ist? Das Cover. Wunderbare Berglandschaft, darüber eine rätselhafte Mondfolge, die wie ein Lichtsignal an eine größere Macht erscheint. Farblich ebenfalls toll umgesetzt, kurzum: ein echter Hingucker. Auch wenn man, so wie ich, nicht unbedingt als Bergfan zu bezeichnen ist.
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Richard Yates – Zeiten des Aufruhrs (Revolutionary Road)

yatesAmerika, in den späten 50er Jahren: April und Frank Wheeler leben hier seit einigen Jahren in einem kleinen Haus. Sie haben zwei Kinder, Frank pendelt jeden Morgen in die Stadt, um zu arbeiten, während April sich um den Haushalt kümmert. Hätte man sie vor wenigen Jahren mit diesem Lebensentwurf konfrontiert, sie wären entrüstet gewesen – nie und nimmer würden sie so enden! Große Pläne und Träume hatten sie damals; Frank war nach dem Krieg am College, galt als brillianter Kopf; April wollte eine Karriere als Schauspielerin starten. Weiterlesen