Clemens Meyer – Im Stein

meyerIch sage es gleich: Dies ist die Geschichte eines Scheiterns. Meines Scheiterns… ich habe “Im Stein” nicht bis zum Ende gelesen, ich habe nach etwa einem Fünftel aufgegeben. Warum? Es hat mich schlicht nicht länger interessiert.

Über den Roman wurde in den letzten Tagen viel geschrieben, er gilt als aussichtsreicher Kandidat für den Deutschen Buchpreis, der am 7. Oktober 2013 verliehen wird. Weiterlesen

Terézia Mora – Das Ungeheuer

ungeheuerDarius Kopp und seine Frau Flora sind dem geneigten Leser ja schon aus “Der einzige Mann auf dem Kontinent” bekannt. Und ehrlich gesagt: als ich dieses Buch damals beendet hatte, war ich sehr froh, dass meine Zeit mit den beiden nach fast 400 Seiten dann vorbei war. Im Gegensatz zu den Rezensenten der großen Zeitungen sind die beiden mir nämlich nicht ans Herz gewachsen – so dass ich, als ich las, “Das Ungeheuer” wäre ein Fortsetzung, auch sicher war, dieses Buch nicht zu lesen.

Aber dann landete es auf der Shortlist für den deutschen Buchpreis. Und wieder las ich die Kritiken der Tageszeitungen, die das Buch durch die Bank in den Himmel loben. “Unvergesslich” wäre das Personal dieses Romans, schwärmt Rainer Moritz in der NZZ. “Feinsinnig und bewegend” schreibt Karl-Markus Gauß. “Tiefer ist Terézia Mora noch nie in die Abgründe hinabgestiegen, um die Bodenlosigkeiten heutigen Lebens auszuloten” schreibt Sigrid Löffler. Konnte ich da noch länger an dem Buch vorbeigehen? Nein. Kam ich zum selben Urteil wie die Kritiker? Nein. Weiterlesen

Monika Zeiner – Die Ordnung der Sterne über Como

zeinerWenn der Leser Tom Holler das erste Mal begegnet, deutet alles darauf hin, dass die Bekanntschaft sehr kurz werden könnte. Tom Holler hat mit seinem Leben nämlich abgeschlossen, er sitzt hier schon mit seinem Medikamentencocktail. Aber in letzter Sekunde klingelt das Telefon. Auch wenn Holler nicht rangeht – er hört die Stimme, hört die Nachricht. Sie ist von Betty Morgenthal…

Und Betty, das ist die Frau, in die Tom Holler einst sehr verliebt war. Und sie wohl auch in ihn. Da gab es nur ein Problem: Sie war eigentlich mit seinem besten Freund Marc Baldur zusammen…

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Marion Poschmann – Die Sonnenposition

poschmannBröckelnde Sonnen, leuchtende Mäuse, verwischte Fotografien von vielleicht vorbeifahrenden Fahrzeugprototypen, Erlkönige genannt… schon die ersten Szenen lassen ahnen, dass es sich beim Personal dieses Romans nicht um Durchschnittsbürger handelt.

Meine erste Überraschung erlebte ich schon recht früh – als ich feststellen musste, dass die ganzen lyrischen Passagen, die mich eben eingestimmt hatten auf das Leben in einem verfallenden Schloss, das nun eine Psychiatrie beherbergt, nicht von einer Frauenstimme stammen. Gut, der Ich-Erzähler dieser Passagen stellt sich dann auch als sehr schwammiger, ja – konturloser Mann heraus. In gewisser Weise ist es also durchaus stimmig, ihn so gefühlt weiblich sprechen zu lassen. Schon sein Name hätte für mich durchaus auch ein Frauenname sein können – Altfried Janich. Weiterlesen

Mirko Bonné – Nie mehr Nacht

bonneEin einsamer, trauriger Mann, rauchend, Blick aufs Meer… die Melancholie ist diesem Roman schon auf dem Cover anzusehen. Und der Titel verspricht das Gegenteil: “Nie mehr Nacht”, also nie mehr Dunkelheit, nie mehr Trauer.

Der Protagonist dieses Romans heißt Markus Lee, ist Zeichner – und hat vor einigen Monaten seine Schwester durch Suizid verloren. Nun ist er mit Jesse, dem Sohn seiner Schwester unterwegs in die Normandie, in ein altes, baufälliges Hotel. Dort machen Jesses bester Freund mit seiner Familie Urlaub – eine Kombination aus Vogelbeobachtung, Urlaub in einem großen Hotel, im Gegenzug für leichte Instandhaltungsarbeiten. Weiterlesen