Terézia Mora – Das Ungeheuer

ungeheuerDarius Kopp und seine Frau Flora sind dem geneigten Leser ja schon aus “Der einzige Mann auf dem Kontinent” bekannt. Und ehrlich gesagt: als ich dieses Buch damals beendet hatte, war ich sehr froh, dass meine Zeit mit den beiden nach fast 400 Seiten dann vorbei war. Im Gegensatz zu den Rezensenten der großen Zeitungen sind die beiden mir nämlich nicht ans Herz gewachsen – so dass ich, als ich las, “Das Ungeheuer” wäre ein Fortsetzung, auch sicher war, dieses Buch nicht zu lesen.

Aber dann landete es auf der Shortlist für den deutschen Buchpreis. Und wieder las ich die Kritiken der Tageszeitungen, die das Buch durch die Bank in den Himmel loben. “Unvergesslich” wäre das Personal dieses Romans, schwärmt Rainer Moritz in der NZZ. “Feinsinnig und bewegend” schreibt Karl-Markus Gauß. “Tiefer ist Terézia Mora noch nie in die Abgründe hinabgestiegen, um die Bodenlosigkeiten heutigen Lebens auszuloten” schreibt Sigrid Löffler. Konnte ich da noch länger an dem Buch vorbeigehen? Nein. Kam ich zum selben Urteil wie die Kritiker? Nein. Weiterlesen

Monika Zeiner – Die Ordnung der Sterne über Como

zeinerWenn der Leser Tom Holler das erste Mal begegnet, deutet alles darauf hin, dass die Bekanntschaft sehr kurz werden könnte. Tom Holler hat mit seinem Leben nämlich abgeschlossen, er sitzt hier schon mit seinem Medikamentencocktail. Aber in letzter Sekunde klingelt das Telefon. Auch wenn Holler nicht rangeht – er hört die Stimme, hört die Nachricht. Sie ist von Betty Morgenthal…

Und Betty, das ist die Frau, in die Tom Holler einst sehr verliebt war. Und sie wohl auch in ihn. Da gab es nur ein Problem: Sie war eigentlich mit seinem besten Freund Marc Baldur zusammen…

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Mirko Bonné – Nie mehr Nacht

bonneEin einsamer, trauriger Mann, rauchend, Blick aufs Meer… die Melancholie ist diesem Roman schon auf dem Cover anzusehen. Und der Titel verspricht das Gegenteil: “Nie mehr Nacht”, also nie mehr Dunkelheit, nie mehr Trauer.

Der Protagonist dieses Romans heißt Markus Lee, ist Zeichner – und hat vor einigen Monaten seine Schwester durch Suizid verloren. Nun ist er mit Jesse, dem Sohn seiner Schwester unterwegs in die Normandie, in ein altes, baufälliges Hotel. Dort machen Jesses bester Freund mit seiner Familie Urlaub – eine Kombination aus Vogelbeobachtung, Urlaub in einem großen Hotel, im Gegenzug für leichte Instandhaltungsarbeiten. Weiterlesen

Richard Yates – Zeiten des Aufruhrs (Revolutionary Road)

yatesAmerika, in den späten 50er Jahren: April und Frank Wheeler leben hier seit einigen Jahren in einem kleinen Haus. Sie haben zwei Kinder, Frank pendelt jeden Morgen in die Stadt, um zu arbeiten, während April sich um den Haushalt kümmert. Hätte man sie vor wenigen Jahren mit diesem Lebensentwurf konfrontiert, sie wären entrüstet gewesen – nie und nimmer würden sie so enden! Große Pläne und Träume hatten sie damals; Frank war nach dem Krieg am College, galt als brillianter Kopf; April wollte eine Karriere als Schauspielerin starten. Weiterlesen