Per Petterson – Pferde stehlen (Ut og staele hester)

pferdestehlenIm Dorf fängt man langsam an, ihn zu akzeptieren, ihn nicht wie die anderen Großstädter zu betrachten, die den Sommer über die Holzhäuser im Wald bevölkern; aber obwohl auch Trond den Großteil seines Lebens in Oslo verbracht hat, hat er sich nun, mit 67 Jahren und nach dem schmerzlichen Verlust seiner Frau und seiner Schwester, hierher zurückgezogen.

Arbeit gibt es hier für ihn genug; das Haus ist in schlechtem Zustand, und er selbst eigentlich nicht unbedingt handwerklich begabt. Aber es hilft, sich in solchen Situationen seinen Vater vorzustellen, der mit den Händen immer schon sehr geschickt war. Weiterlesen

Sven Nordquist – Pettersson und Findus

pettersson-weihnachtsbesuchMeiner Meinung nach gehört die Reihe um den alten Pettersson und seinen Kater Findus zu den Bilderbüchern, die wirklich in keinem Kinderbuchregal fehlen sollten. Sie sind wunderbar gezeichnet, mit vielen witzigen Details, und eine liebevolle Zugewandtheit zwischen Pettersson und Findus wird beim Lesen für alle spürbar.

Dabei ist es eigentlich egal, zu welchem Band aus der Reihe man zuerst greift. Ja, wenn man genau wissen will, wie es eigentlich anfing, sollte man vielleicht “Wie Findus zu Pettersson kam” als Erstes wählen – meiner Erfahrung nach ist es den Kindern jedoch völlig egal, diese Information erst sehr viel später (oder nie) zu erhalten. Weiterlesen

Karl-Ove Knausgård – Sterben (Min Kamp I)

knausgardAus den Archiven der LESELUST – Das besondere Buch. Damit diese Bücher im neuen Blog-Format nicht in Vergessenheit geraten, werden sie hier in den nächsten Wochen neu eingestellt. Vielleicht ist ja doch noch die eine oder andere Entdeckung für euch dabei!

‘Für das Herz ist das Leben einfach. Es schlägt, solange es kann.’ Mit diesen zwei kurzen Sätzen war mein Interesse für dieses Buch geweckt, als vergangenen Herbst die Verlagsprospekte eintrudelten. Weiterlesen

Linn Ullmann – Gnade (Nade)

ullmann-gnadeEs gibt nicht viele Punkte in seinem Leben, auf die Johan Sletten rückhaltlos stolz sein kann. Seine erste Ehe war eine lieblose Angelegenheit, das Verhältnis zu seinem Sohn ist feindselig, seinen bescheidenen Ruf als Journalist hat er durch eine ungeschickte Aktion endgültig ruiniert.

Aber wenn er seine Frau Mai ansieht, dann fühlt er sich stolz und glücklich, kann immer noch nicht glauben dass diese junge Frau ausgerechnet ihn ausgewählt hat, mit ihm zusammen sein will. Sie ist seine Gnade, das sagt er ihr immer wieder.

Und nun hat er von seinem Arzt erfahren, dass er nur noch wenige Monate zu leben hat; die Erinnerung an das unwürdige Ende seines Vaters hat sich ihm nachhaltig ins Gedächtnis gebrannt, und er weiß eines: so will er nicht enden, er will sein Leben anders beenden. Und Mai soll ihm dabei helfen… Weiterlesen