Teju Cole – Open City

leserunde_coleMittlerweile ist es schon wieder ein paar Tage her, seit unsere Leserunde sich getroffen hat, um über Teju Cole – Open City zu sprechen.

Es gab ein paar Absagen, die vermutlich auch darin begründet lagen, dass das Buch nicht oder nur unvollständig gelesen wurde – von den Anwesenden gab es nur einen, der nach 150 Seiten der Langeweile entnervt aufgegeben hatte.

Insgesamt kam das Buch aber ganz gut weg. Wir haben uns lange über die Distanz unterhalten, die der Autor / Ich-Erzähler in diesem Buch sowohl in uns Lesern erzeugt hat (keiner ist ihm nahe gekommen), als auch darüber, wie distanziert er allem, was ihn betrifft, auch selbst gegenübersteht.

Als Roman empfand ihn eigentlich niemand als so richtig gelungen. Dazu fehlte ein innerer Faden, eine Entwicklung, ein wenig Anteilnahme. Aber im Laufe des Gesprächs kamen wir darauf zu sprechen, dass Cole seinen Roman wie eine Fuge angelegt hat – das Thema der Vögel, die an der Freiheitsstatue sterben, nimmt er am Ende wieder auf, dazwischen werden viele einzelne Motive in den Text einfach hineingewoben. Weiterlesen

Teju Cole – Open City. Leserundenlektüre, mittendrin

coleIch bin ein wenig ratlos. Ich habe mittlerweile etwa die Hälfte des hoch gelobten Romans von Teju Cole gelesen und bin mir unschlüssig, wie ich meine eigenen Leseeindrücke dazu einordnen soll.

Es ist ein Roman, der mir sehr fern bleibt. Und das liegt nicht unbedingt an den Themen, die er anschneidet. Ich mag New York, lese gerne darüber, bin auch an Geschichten über das Leben nach 9/11 interessiert. Psychologie – ebenfalls eines der Themen, die mich reizen. Stadtspaziergänge, etwas entdecken, flanieren… ja, doch, das mag ich. Eigentlich.

Und ich mag es auch an Cole, es sind viele kleine Episoden, die mich durchaus interessieren und die mir auch sprachlich gefallen. Aber immer dann, wenn ich gerade dabei bin, mich für eines seiner Themen zu erwärmen, ist es schon wieder vorbei, und er geht weiter zum nächsten. Weiterlesen

Eberhard Rathgeb – Kein Paar wie wir

rathgebNein, ein alltägliches Paar sind sie nicht, die beiden Schwestern Ruth und Vika. Keine Männer, keine Kinder, keine Liebschaften – nur zwei Frauen, die ihr ganzes Leben miteinander geteilt haben. In Deutschland geboren, sind sie in den Dreißiger Jahren mit den Eltern nach Buenos Aires ausgewandert. Während der Vater dort erfolgreich war, verkümmerte die Mutter, versank in ihren Depressionen. Die Töchter werden streng gehalten, haben kaum Freiheiten – und doch gelingt ihnen der Absprung.

Ruth ist die Erste, sie macht sich auf nach New York, Vika kommt zwei Jahre später nach. Ihre Sprachkenntnisse kommen den Schwestern zu Gute, sie sind beruflich erfolgreich, sie werden durchaus auch umworben, doch kein Mann kann das verheißen, was sie sich gegenseitig sind.

Weiterlesen