Das ist keine Literaturrrrr! Zum Tod von Marcel Reich-Ranicki

mr2Nie mehr wird jetzt der provokante Ausruf “Das ist keine Literaturrrrr!” zu hören sein, keine Bücher werden mehr von ihm in der Luft zerrissen, er wird keine Eklats mehr provozieren, weil er eine Kritikerkollegin als prüde verunglimpft. Denn heute wurde die Nachricht verbreitet, dass der Großmeister der deutschsprachigen Literturkritik, Marcel Reich-Ranicki, 93jährig verstorben ist. Weiterlesen

Marcel Reich-Ranicki, Literaturkritiker & Autor, 1920 – 2013

Marcel Reich-Ranicki, geboren 1920 in Polen, war als 9jähriger nach Berlin gekommen. 1938 von den Nazis nach Polen deportiert, überlebte er das Warschauer Ghetto. 1958 kehrte er in die BRD zurück. Einem breiterem Publikum wurde er durch das “Literarische Quartett” bekannt, in dem 3 feste und ein Gastkritiker aktuelle Bücher auf unterhaltsame Weise diskutierten.

Die letzte große öffentliche Geste war wohl, dass er 2008 den Deutschen Fernsehpreis abgelehnt hat. Seither war es stiller geworden um ihn – doch das tat seinem Ruhm keinen Abbruch.

Im September 2013 ist Marcel Reich-Ranicki 93jährig verstorben.

Mehr über sein Leben kann man in der Autobiographie “Mein Leben” nachlesen.

Marcel Reich-Ranicki – Mein Leben

mrrMarcel Reich-Ranicki, der einflußreichste Literaturkritiker des deutschen Sprachraums, schreibt hier über sein Leben.

1920 in Polen geboren, war er nach dem Bankrott seiner Eltern 9 Jahre später nach Berlin gekommen. Unterstützt von der Familie seiner Mutter, lebten sie hier nicht gerade üppig, aber zufrieden. Vor allem seine Mutter war glücklich, endlich wieder in Deutschland zu sein, dem Land der Kultur, ein Land, an das sie glaubte. Marcel erlebt eine Schulzeit im Wandel – zwar wird der Einfluß der Nationalsozialisten immer stärker, doch halten sich die Repressalien gegen Juden noch in erträglichen Grenzen. Vor allem aber wird in dieser Zeit seine Liebe zur Literatur, zumal zur deutschen Literatur, geweckt. Dies und die in den 30er Jahren in Berlin blühende Theaterszene prägen ihn ganz entscheidend. Weiterlesen