Oliver Tidy – Eingelocht (Making a Killing) Die zweite Romney und Marsh Akte

eingelocht2Seit heute ist der zweite Band der von mir übersetzten Krimireihe als Kindle-Ebook verfügbar. Ich freue mich über alle LeserInnen, die dieser sympathischen Krimireihe eine Chance geben – und finde, dass der Autor sich bei diesem zweiten Band ein gutes Stück gesteigert hat. Ich hatte viel Spaß dabei und hoffe, ihr habt ihn auch!

Es ist heiß in Dover. Sehr heiß. Mörderisch heiß. 

Eine Leiche wird auf dem Golfplatz gefunden. Romney, der ohnehin eine Abneigung gegen die versnobte bessere Gesellschaft hat, ist genervt. Zum ersten Mal seit langer Zeit hat er einen Urlaub geplant, eine Reise mit seiner Freundin – doch wenn der Fall bis dahin nicht aufgeklärt ist, was wird daraus? 

Und als ob das nicht genug wäre, läuft es auch in seinem Team nicht gut. Detective Sergeant Brian Wilkie ist aus der Elternzeit zurück und mehr als genervt davon, dass in seiner Abwesenheit Detective Sergeant Joy Marsh seinen Platz als rechte Hand beim Inspector eingenommen hat. 

Und zu allem Überfluss hat ein selbsternannter Rächer es sich zur Aufgabe gemacht, die Falschparker der Stadt zu terrorisieren… 

Am Ende dieses Sommers leben in Dover einige Menschen weniger, Joy Marsh hat ihre dunkle Seite entdeckt, und auch bei Romney ist nichts mehr so, wie es davor war… 

Im zweiten Teil der Romney und Marsh Akten wird es noch böser, bissiger – und persönlicher… 

Wolf Haas – Brennerova

brennerovaKann man das wirklich als Krimi bezeichnen? Egal. Es ist mal wieder etwas passiert. Der Brenner hat sich erneut mit seiner Hilde eingelassen, aber ganz unabsichtlich auch Kontakt bei einer russischen Frauenvermittlung gesucht. Und da war diese wunderschöne Frau, Nadeshda, die sich auch noch gewünscht hat, dass er sie besucht, und weil die Hilde sowieso eine bewusstseinserweiternde Wanderung irgendwo am Ende der Welt geplant hatte, fliegt er halt hin, steigt nach ihren genauen Anweisungen um und wird prompt ausgeraubt.

Aber dann schaut sie ihn mit ihren großen Augen an und erzählt von der verschwundenen Schwester, die er jetzt suchen soll, was er, zurück in Wien, dann irgendwie auch anfängt und dabei in Kontakt mit einem REdakteur einer Onlinezeitung und einem Tätowierer kommt, die beide kurz darauf mit abgeschnittenen Händen vorgefunden werden.

Natürlich will er jetzt mehr wissen, und so nimmt eine ausgesprochen verworrene und an den Haaren herbeigezogene Geschichte ihren Lauf. Wobei ich ausdrücklich dazu sagen muss: beim Haas stört mich das an sich nicht, wenn es an den Haaren herbeigezogen ist. Die Krimihandlung bei seinen Büchern war immer schon Nebensache.

Mein Problem war, dass ich auch die kleinen zwischenmenschlichen Beobachtungen und den Wortwitz, der durch die geniale Schilderung von Haas normalerweise so ein Buch trägt, diesmal entweder nicht vorgefunden habe – oder es bei mir einfach nicht mehr wirkt.

Kurzum: Das Ende des Buches ist so gestaltet, dass man eine Fortsetzung eigentlich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit erwarten kann. Ich wünsche mir trotzdem, der Autor verzichtet darauf.

Ein Versuch: Oliver Tidy – Dover (Rope Enough). übersetzt von mir…

Dover   Ganz ehrlich: eigentlich hatte ich noch nicht vor, “aller Welt“ von diesem Buch zu erzählen. Nur ein paar Freunde sollten davon erfahren, um es schon mal lesen zu können und mir ihre Meinung dazu sagen zu können. Daher sollten sie an diesem Wochenende die Möglichkeit haben, es kostenlos als eBook zu erwerben.

Womit der Autor dieses Krimis und ich allerdings nicht gerechnet hatten: dass ganz ohne Werbung (abgesehen von einem Blogeintrag bei Oliver und meiner Mail an eine gute Handvoll Freunde und Bekannte) so viele Menschen auf das Buch aufmerksam werden würden und es ebenfalls gratis erwerben. Aktuell: Platz 18 bei den kostenlosen Ebooks!

Ach so, warum mich das Ganze so nervös macht: ich habe dieses Buch ins Deutsche übersetzt! Und nun kann ich nur hoffen, dass ich meine Sache gut genug gemacht habe…..

Jedenfalls, wenn ihr es ausprobieren wollt, dann nur zu! Bis Sonntag ist es noch kostenlos zu haben, und auch danach kostet es kein Vermögen, sondern €2,99.

Ich will hier niemandem das Blaue vom Himmel versprechen. Es ist ein netter, solider Krimi, der mir im Original gut genug gefallen hatte, so dass ich ihn gerne übersetzen wollte. Und weil das dank der neuen Möglichkeiten im Selfpublishermarkt recht unkompliziert geht, habe ich den Sprung ins kalte Wasser gewagt.

Nun heißt es hoffen, dass es nicht zuuuuu kalt ist und die Kritik mich nicht allzu unsanft auf den Boden zurückholt. Jetzt fehlt eigentlich nur noch eines: der Link.

Tana French – Sterbenskalt (Faithfull Place. Dublin Murder Squad 3)

french3Und weiter ging es – diesmal mit Frank, der im vorigen Band vorgestellt wurde und Cassies Vorgesetzter bei der Undercoverarbeit war.

Frank wird von seiner Vergangenheit eingeholt. Er hat vor 20 Jahren schon komplett mit seiner Familie gebrochen; nun ja. Nicht ganz komplett. Zu einer seiner Schwestern hält er noch losen Kontakt – und die ruft ihn nun auch an, ausgerechnet an einem der Wochenenden, an denen er seine Tochter Holly nach der Scheidung noch sehen darf. Ein Koffer war gefunden worden – der Koffer von Rosie, mit der Frank damals vor 20 Jahren eigentlich durchbrennen wollte. Eine ganze Nacht lang hatte er damals auf sie gewartet und war dann alleine auf die Fähre nach England gegangen. Ein ganzes Leben lang war er davon ausgegangen, dass sie es sich anders überlegt hatte. Und nun wurde beim Abriss eines alten Hauses ihr Leichnam gefunden…

Diesmal geht die REise zurück in ein Dublin, das von Armut und strengen Regeln bestimmt war. Während Frank versucht herauszufinden, was damals wirklich geschah  (und ich als Leserin nach etwa 80 Seiten einen Verdacht hatte, der sich dann auch bestätigte) wurde eine ganze Zeit für mich beim Lesen lebendig.

Was Familie ausmacht, welche Fehler der Vergangenheit sich im Heute noch immer auswirken, vor allem, wenn niemals darüber gesprochen wird – das sind die Themen, auf denen dieses Buch aufgebaut ist. Ja, es ist ein Krimi, und natürlich will man danach auch wissen, wer es war und warum. Aber vor allem interessiert mich an dieser Art der Literatur die Möglichkeit, meiner Realität für eine kleine Weile zu entfliehen. Mit diesem Buch ist es mir auf jeden Fall gelungen. Schade finde ich nur, dass ich nicht unmittelbar mit Band 4 und 5 fortfahren konnte ;-)

Tana French – Totengleich (The Likeness. Dublin Murder Squad 2)

french2Nach “Grabesgrün” griff ich also gleich zum nächsten Band der Reihe. Tja… und war erstmal insgeheim ein wenig enttäuscht, dass eine der beiden Hauptfiguren des ersten Teils hier nur noch als unwichtige Randnotiz erscheint.
Doch bald schon war das vergessen – und man kann daher getrost jedem Leser empfehlen: egal, welches Buch du in welcher Reihenfolge liest, sie sind wirklich in sich abgeschlossen.

Hier steht nun also Cassie im Mittelpunkt; nach dem Abschluss des letzten Falls haben sich ihre und Robs Wege getrennt. Dafür ist sie nun mit Sam liiert und hat sich an eine Stelle versetzen lassen, die sie nicht an ihre persönlichen Grenzen bringt. Bis Frank auftaucht und sie um Hilfe bittet…

Denn davor war Cassie als Undercover-Agentin eingesetzt gewesen. Und die Person, deren Rolle sie damals mit Frank gemeinsam erfunden hatte, war nun tot aufgefunden worden – eine Frau, die exakt so aussieht wie sie.

Sie willigt ein, in die Rolle der Toten zu schlüpfen, um von innen heraus den Mörder zu finden.

Was unglaubwürdig klingt, wenn man nur die Beschreibung liest – wie kann ein Mensch die Rolle eines anderen übernehmen und mit den Menschen zusammenleben, ohne dass diese es merken? wurde hier so gut umgesetzt, dass man es richtig plastisch vor sich sehen konnte.

Die Welt, die French hier beschreibt, ist ein Kosmos für sich – und diese versponnenen Zusammenhänge, die psychischen Abhängigkeiten einer Gruppe Menschen voneinander, boten mir als Leserin wunderbares Lesevergnügen.

Und immer noch hoffe ich, dass ich Rob und Cassie in einem der nächsten Bände noch einmal erleben darf…

Tana French – Grabesgrün (In the Woods. Dublin Murder Squad 1)

17542_French_Grabesgru¨n.inddWarum habe ich eigentlich so lange gebraucht, bis ich Tana French gelesen habe? Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie schon vor vielen Jahren alle Welt von “Grabesgrün” geschwärmt hatte. Gut – zu viel Lob von allen Seiten führt bei mir oft dazu, dass ich erst mal skeptisch bin. Dazu kam dann aber auch, dass der Prolog aus Kindersicht und in der ersten Person Präsens erzählt wurde – das liegt mir normalerweise nicht besonders.

Nun, viele Jahre später habe ich es also doch “gewagt” – und hatte den Vorteil, gleich mal einige Bücher der Autorin hintereinander weg lesen zu können.

Zum Inhalt von Grabesgrün brauche ich ja nicht mehr viel sagen – ein Ausgrabungsteam findet eines Morgens eine Kinderleiche auf einem Opferstein drapiert. Vor 20 Jahren sind an der selben Stelle schon einmal zwei Kinder verschwunden – das dritte Kind, das damals völlig geschockt gefunden wurde, das sich aber an nichts erinnern konnte, ist nun Detective – und wird mit diesem Fall beauftragt. Hängen die beiden Fälle zusammen?

Die beiden Kollegen, die hier zusammenarbeiten, glänzen dabei durch ihre tiefe Verbundenheit. Sie sind nur Freunde, die sich blind vertrauen – bis eine Grenze überschritten wird…

Ich habe mich bei diesem Buch ausgezeichnet unterhalten gefühlt. Gut geschrieben, der Plot ist spannend und plausibel, aber vor allem haben es mir die Hauptfiguren angetan. So sehr, dass ich unmittelbar darauf zum nächsten Buch von Tana French gegriffen habe…

Martin Olczak – Die Akademiemorde (Akademimorden)

akademieKommentar in aller Kürze:
Fängt interessant an, eine nette Geschichte rund um Literatur und Morde. Die Mitglieder der schwedischen Akademie, die jährlich den Nobelpreis für Literatur beginnt, werden der Reihe nach unter seltsamen Umständen getötet, und das Motiv dafür ist, soviel darf man glaube ich verraten, in der Literatur versteckt. Kein Wunder also, dass die Ermittler in Claudia Rodrigez einen Antiquar zu Rate zieht.
Aber die wird rasch aus dem Fall ausgeschlossen (Die Begründung dafür war das erste wirklich große Ärgernis) und ermittelt dann auf eigene Faust weiter.
Im Gegensatz zur Polizei erschließen sich ihnen die Zusammenhänge natürlich sofort…
Was auf dem ersten 100 Seiten noch nach netter, kurzweiliger, wenn auch nicht besonders anspruchsvoller Lektüre aussah, hat mich im weiteren Verlauf des Buches zunehmend geärgert. Ein Krimi muss schon sehr gut geschrieben sein, damit ich Logik und Wahrscheinlichkeit komplett ausschalten kann. Und das war dieses Buch leider nicht. Sprachlich simpel, voller Wiederholungen… nach den enthusiastischen Kritiken hatte ich mir deutlich mehr erwartet

Klappentext: Stockholm, im Mai: Im weltberühmten Hotel Berns Salonger hat man gerade Strindbergs 100. Todestag begangen. Die Festrede hielt der Ständige Sekretär der Schwedischen Akademie, ein würdiger Mann und ebenfalls angesehener Schriftsteller. Jetzt kurz vor Mitternacht ist er auf dem Weg nach Hause, durch einen abgeschiedenen Park. Hier trifft es ihn unvermittelt, das Schicksal. Hier wird er ermordet. Tatwaffe ist ein altertümlicher Schwarzpulverrevolver, der die Polizei vor Rätsel stellt. Noch bevor sie sich für eine Ermittlungsrichtung entscheiden kann, geschehen am nächsten Tag vier weitere, ebenso schonungslose Morde. Die Opfer: ebenfalls Mitglieder der Akademie, die für die Auslobung des jährlichen Literaturnobelpreisträgers verantwortlich ist. Was treibt den Mörder um? Klar ist, dass die anderen Akademiemitglieder geschützt werden müssen. Klar ist auch, dass hier konventionelle Methoden nicht weiterhelfen. Claudia Rodriguez von der Zentralen Mordkomission ermittelt auf eigene Faust – und gegen den Willen ihrer Vorgesetzten. Statt dessen bittet sie ihren alten Freund Leo Dorfman um Hilfe, einen Buchantiquar …

M. C. Beaton – Agatha Raisin und der tote Richter / Agatha Raisin and the Quiche of Death

16180454Ein nettes britisches Dorf, eine Städterin in den besten Jahren, die sich zur Ruhe setzt und in eben jenes Dorf zieht, sich langweilt und beschließt, mit einer gekauften Quiche den dörflichen Backwettbewerb zu gewinnen sind der Anfang dieses behaglichen kleinen Krimis. Am nächsten Morgen findet man den Preisrichter des Bewerbe tot. Ursache: Vergiftung. Nach Genuss einer gewissen Quiche…

Agatha Rausin stolpert in und durch die Ermittlungen und findet ganz nebenbei Freunde im Dorf…

Wer den deutschen Titel verbrochen hat, sollte gestrafft werden… ansonsten nett zu lesen, wenn man gerade die Ansprüche nicht zu hoch hängt.

Krimi statt Longlist… Die Wahrheit und andere Lügen von Sascha Arrango

luegenEigentlich hatte ich vor, meine lange Lesepause (ist sie euch schon aufgefallen?) mit einem Buch der Longlist des Deutschen Buchpreises 2014 zu beenden.

Da sitze ich also, habe Skoobe offen, schaue nach, welche Titel der Longlist dort zu finden sind – drei Stück, immerhin, auch über die Onleihe ist einiges erhähltlich. Aber… ach, die erste Seite, sie zieht mich einfach (noch) nicht mit. Ein kurzer Ausflug zu Facebook bringt mich zu einer begeisterten Krimirezension – Krimi des Jahres! Wunderbares Buch! Bin sonst so schwer zu begeistern, aber das hier – das müsst ihr lesen. Vertraut mir. Weiterlesen

Dann erzähl doch wenigstens mal wieder, was du liest

RopeEnoughSo ähnlich habe ich es heute in einem Beitrag bei Facebook gelesen. “Es muss ja nicht immer gleich eine ganz lange Kritik sein”.

Nun – dann erzähl ich eben. Ganz kurz nur. Ich habe immer noch ein Sättigungsgefühl, was die meisten Bücher angeht. Krimis (und die ganz alten Sachen) gehen aber immer noch.

Wie ich ja zuletzt schon angemerkt habe, lese ich mich durch Krimis, die NICHT duch ein Lektorat durchgelaufen sind, die keinen Verlag haben, deren Autoren selbst veröffentlichen. Sehr viele Bücher davon, ich gebe es zu, lese ich nur an. Aber ich finde auch immer wieder welche, die mir gefallen.

Dieser hier zum Beispiel. Der Autor stammt aus England und lebt jetzt in der Türkei, und dies war das erste Buch, das er veröffentlicht hat. Mittlerweile steht er bei Nr. 7, wenn ich das richtig gezählt habe. Und ich werde sie wohl so Stück für Stück jetzt alle lesen. Weiterlesen