Robert Seethaler – Ein ganzes Leben

seethalerSeethaler erzählt in diesem schmalen Band vom Leben eines wortkargen Mannes, der sein Leben in den Bergen verbringt.
Er ist das ungeliebte Ziehkind auf dem Bauernhof, auf dem er aufwächst – eines Morgens im Alter von vier Jahren von der Stadt aufs Land gebracht worden, die Mutter war in der Stadt auf Abwege geraten und hatte ihrem Bruder das Kind, mit ein paar Silberlingen als Versüßung, überlassen.

Es folgt, was man eigentlich schon erwartet. Harte Kindheit, viel Arbeit, keine Liebe, dafür häufige Züchtigung – die so weit geht, dass dem Kind bei einer der Prügelarien das Bein so schlim gebrochen wird, dass er nie mehr ohne Humpeln laufen kann.

Doch natürlich wird aus ihm ein großer, starker Mann, trotz dieser Einschränkung, der ausgesprochen arbeitsam ist und alles stoisch erträgt. Bis er dann auf Marie trifft. Hier will er dann erstmals mehr aus sich machen, denn einer Frau muss man etwas bieten. Er heuert also bei der Firma an, die eine Seilbahn auf den Berg bauen will, arbeitet auch dort natürlich fabelhaft, und eines Tages ist es soweit, dass er seiner Marie einen Antrag macht, und zwar einen ausgesprochen romantischen – mit petroleumgetränkten Säcken, die die Kollegen auf dem Berg entzünden, schreibt er seine Liebe zu ihr geradezu in die Landschaft. Weiterlesen