Daniel Glattauer – Geschenkt

glattauerUnd plötzlich ist man Vater eines Sohnes. Eines vierzehnjährigen Sohnes. Der nichts davon wissen soll, dass er der Sohn ist – aber weil die Kindsmutter für ein Jahr nach Afrika geht um dort die Welt ein bisschen besser zu machen, braucht sie kurzfristig jemanden, der das gar nicht mehr so kleine Kind nachmittags unter seine Fittiche nimmt.

Für Gerold Plassek erweist sich diese Wendung als schicksalshaft. Er, der jeden Abend mit zweifelhaften Freunden in der Bar versumpft, der in seinem Leben nichts auf die Reihe kriegt und seit seiner Scheidung nur durch Ex-Schwiegervaters Gnaden in einer Gratiszeitung für die Kurzmeldungen in der Rubrik “Soziales” zuständig ist, wird plötzlich ein wenig aus seiner Komfortzone gerissen.

Aber mehr noch als diese Begegnung ist es ein anderer Umstand, der zu Neuerungen führt. Ein Wohltäter hat sich eine seiner Meldungen ausgesucht, um einen Umschlag mit Bargeld einer der Einrichtungen zukommen zu lassen, über die er berichtet hatte.

Die Geschenke wiederholen sich. Stets wird eine Meldung von Plassek verwendet – und der Spender will anonym bleiben. In Plassek werden längst verschüttet geglaubte moralische Prinzipien wieder zum Leben erweckt – und Stück für Stück bröckelt das alte Leben weg und wie Phönix aus der Asche erschafft er sich selbst neu. Weiterlesen