Christina Stead – Der Mann, der seine Kinder liebte (The Man Who Loved Children)

stead“Schlachthaus Familie” verkündet der Klappentext; von einem Buch wie von einem “Schwarzen Diamanten” ist hier die Rede, das eine Art schmerzhafter Besessenheit ausstrahle, der man als Leser nicht immer freudig, sondern öfter auf verzweifelt verfalle – aber eben doch verfalle. Und ausnahmsweise kann ich mich dieser Schilderung aus ganzem Herzen anschließen: was für ein schreckliches und dabei doch nachhaltig beeindruckendes Buch! Weiterlesen

Louis Begley – Erinnerungen an eine Ehe (Memories of a Marriage)

begleyWie ein Buch auf mich wirkt, hängt natürlich immer auch von den Begleitumständen ab. Von meiner Laune, der Zeit, die ich zur Verfügung habe, ein wenig auch vom Wetter…. und ich bin sicher, so geht es nicht nur mir.

Als ich zu den “Erinnerungen an eine Ehe” griff, hatte ich gerade davor fast ausschließlich deutsche Gegenwartsliteratur gelesen. Es war mir also eine willkommene Abwechslung – und ich war schon auf den ersten Seiten von Begleys Erzählweise gefesselt.

Die längste Zeit über hatte ich mich gescheut, mir und anderen zu gestehen, dass ich glücklich war. Mit diesem Geständnis hätte ich, dessen war ich mir sicher, die Götter herausgefordert, dort zuzuschlagen, wo ich am verletzlichsten war. Nicht mich zu treffen, sondern Bella oder unsere kleine Agnes. Doch die Strafe hatte mich schon ereilt, in vollem Ausmaß, und das Wenige, das von mir übrig war, war nicht mehr verwundbar.

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